Akelsbarg (Akelsbarg)

Ausgewählter Flurname:

Akelsbarg


Gemarkung:

Akelsbarg

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Akelsbarg (Akelsbarg)


Erklärung des Flurnamens:

Der Flurname Akelsbarg bezieht sich auf eine frühere Anhöhe, den sogenannten „Akelsberge“, nördlich der heutigen Boßelstraße an der Gemarkungsgrenze zu Holtrop.

Hier überließ die Gemeinde Felde 1784 der Urbarmachungskommission einiges Land für den Anbau.

1787 wurde dem ersten Siedler Hinrich Hinrichs Jauken aus Velde (Felde) „auf dem Heydfeld bey dem sogenannten Akelsberge“ ein Grundsück von 3 Diemat zugeteilt. In der auf der Vermessungsurkunde enthaltenen Skizze hat der Feldmesser Northeim den „Akelsberge“ nordwestlich des Grundstücks eingezeichnet.
In den nächsten Jahren siedelten sich noch fünf weitere Siedler an. Bis 1825 bestand die Siedlung aus diesen 6 Häusern. Von der kleinen Erhöhung wurde der Name Akelsbarg auf die gesamte Siedlung übertragen und ab 1912 erhielt die neugegründete Gemeinde den Namen.

Auf der Campschen Karte von 1806 liegt das Gebiet mit sechs eingezeichneten Häusern auf einen S-förmigen Geeststreifen, der von der Ortschaft Felde aus nördlich ins Moor hineinragt. (3)



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Akels

(1) Die Deutung des Bestimmungswortes „Akels“ läßt nur Vermutungen zu. ake; ein kleines Stück Land, was als Nebenstück zu einem Hauptstück od. grösserem Grundstück gehört, indessen durch einen Weg od. Graben davon gestrennt ist. Es kann als: Zugabe, Beigabe, Zubehör etc. gefasst werden, resp. als ein Stück, was man neben dem Gesammt- u. einheitlichen Grundstück hat; - od. auch als eine ausserhalb des grösseren Areals liegende u. davon abgesonderte Ecke wie wir ja auch sagen: „an dit stuk Land ligd nog so n hok (Ecke) an“ u. damit auch ein neben dem grösseren liegendes kleines Stück Land meinen. Wie auf der Campschen Karte zu sehen ist, zieht sich der Geestrücken von Felde aus ins Moor hinein. Das Gebiet gehörte bis 1784 zum Gebiet der Gemeinde Felde. Da der Bereich der neuen Siedlung außerhalb des zusammenhängenden Gemeindegebiets von Felde liegt, kann man vermuten, dass das Wort „Akels“ im Laufe der Zeit aus „ake“ hervorgegangen ist. akel, äkel, ekel; Ekel Widerwillen, Abscheu etc. akelen, akeln, äkeln; Ekel u. Abscheu machen u. verursachen, ekeln, widerstehen etc. oder auch akelig, âklig, akelg, äkelg, äkelk, akerg; eklig, widerlich, abscheulich, unangenehm, garstig etc. Wie auch schon Arend Remmers in seinem Buch „Von Aaltukerei bis Zwischenbergen“ feststellt, ist kaum anzunehmen, das es sich bei dem Bestimmungswort um „akel“ in der Bedeutung von Ekel handelt. Eine eindeutige Bestimmung des Wortes „Akels“ wird wohl kaum möglich sein.



2. barg

(2) mnd. berch, m., „Berg“. In diesem Zusammenhang handelte es sich um eine kleine, gegenüber der Umgebung erhöhte Stelle ziemlich am Ende des Geestrückens. Heute ist diese Erhöhung abgetragen und nicht mehr zu sehen.



Quellen:

(1) Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 20; Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 18
(2) Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 240
(3) Die große handgezeichnete Campsche Karte von Ostfriesland von 1806, Hannover 2005; Chronik Akelsbarg von Lehrer Grefke, 1938; Staatsarchiv Aurich: Acta vom Anbau bei dem sogenannten Akelsberge bey Velde im Amt Aurich, Rep. 6. 2574 1787 – 1805


Autor(in):

Siefken, Gebhard


Letzte Änderung am: 15.11.2015

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