Groot Schleng (Baltrum)

Ausgewählter Flurname:

Groot Schleng


Gemarkung:

Baltrum

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Groot Schleng (Baltrum)


Erklärung des Flurnamens:

"Groot Schleng" liegt auf dem Heller, westlich des Ostdorfes. Hier ist eine besonders bei Sturmfluten gefährdete Stelle.

Bereits 1703 und 1713 wurden auf Baltrum von im Küstenschutz erfahrenen Holländern "Schlengen" angelegt, die die Ein- und Durchbrüche (Schlopps, siehe auch Flurname "Timmerschlopp") verhindern sollten. Durch die schwere Weihnachtssturmflut 1717 wurden fast alle damals gebauten Schlengen wieder vernichtet. (Zylmann) An der Flur "Groot Schleng", die am Timmerschlopp liegt, kam es erneut in der Sturmflut vom 3./4. Februar 1825 zum Durchbruch.

Mit "Groot Schleng" wurde der "Poller" (siehe Flurname) vom übrigen Timmerschlopp abgetrennt. Die Schlengen sind heute nicht mehr vorhanden; Deiche schützen die Insel. Bei "Groot Schleng" befindet sich ein Spielteich.



.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Groot

mnd. grôt; „adj. groß, gewaltig, viel“; „adv. viel, sehr“



2. Schleng, Schlenge

"lang gestreckter Damm aus Pfählen, Busch- und Flechtwerk an der Küste zum Auffangen von Dünensand, Schlamm oder zur Brechnung der Brandung" (Stürenburg)



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 155
Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, unveränd. Nachdr. d. Ausg. Aurich 1857, Leer 1996, S. 220.
Zylmann, Peter, Baltrum, Norden 1949, S. 21.


Autor(in):

Almuth Heinze-Joost


Letzte Änderung am: 07.02.2018

Projektpartner