Hiddelee (Berumbur)

Ausgewählter Flurname:

Hiddelee
( Berumbur )

Gemarkung:

Berumbur

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Hiddelee (Berumbur)


Erklärung des Flurnamens:

Ländereien im nordwestlichen Bereich der Gemarkung, zwischen der Hauptstraße und der Blandorfer Straße gelegen. Ursprünglich war das Gebiet sumpfig und unfruchtbar und später zum Teil bewaldet. Jetzt ist es Siedlungs- bzw. Ferienhausgebiet.
Das Hiddelee soll zum Säubern von Flachsstängeln gedient haben. Es wurde von der nahen Burg Berum aus vor Verunreinigungen geschützt. Wegen der unterschiedlichen Teilbegriffe der Flurbezeichnung wäre eine konkrete Deutung des Namens vermutlich verfehlt.

Anm.: Hiddelee ist kein weiterer Name von Berumbur, sondern nur eine Flurbezeichnung in der Gemarkung Berumbur.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hidde

Sowohl männlicher als weiblicher ostfriesischer Vorname.



2. Hide / Hidde

Ferse, Hacke; Hidden = Fersenhorn, ein aus Horn gefertigter Schuhanzieher.



3. Lee

Nd. lee, mnd. le, lehe; windgeschützte Stelle, Schutz bzw. Stelle, wo etwas geschützt liegt, Schutzdach gegen Wind und Wetter.



4. -ê, -ee

Endung vieler Wörter (gibelê, munkelê, malerê), entsprechend dem deutschen -ei; drückt eine Tätigkeit, ein Geschehen aus bzw. einen Zustand, ein Wesen, wie das deutsche -heit, -keit.



Quellen:

Heyken, Magda; Chronik des Fleckens Hage, Norden 2033, S. 111.
Tammena, Manno Peters; Namengebung in Ostfriesland, Norden 2009, S. 732, 865. Doornkaat Koolman, Jan ten; Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879-1884, Bd. 1 S. 375 und Bd. 2 S. 81 sowie 479, 480. Stürenburg, Cirk Heinrich; Ostfriesisches Wörterbuch, Aurich 1862, S. 87 sowie 132.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 15.12.2015

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