Berumerfehnkanal (Berumerfehn)

Ausgewählter Flurname:

Berumerfehnkanal


Gemarkung:

Berumerfehn

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Berumerfehnkanal (Berumerfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Auf der südlichen Kanalseite befindet sich die Gemarkung Halbemond, die hier endet; auf der anderen Seite liegt Westermoordorf, zu Berumerfen gehörend. Sichtbar wird hier, wie der Kanal die Upstreeken (Aufstreckflure) durchschneidet.

Der Berumerfehnkanal, auch Fehnkanal oder in Süderneuland Moortief genannt, wurde 1794 als Transportweg - Straßen gab es noch nicht - und als Entwässerungskanal von der Norder Fehngesellschaft angelegt; 1796 gab es bereits erste Torftransporte. Der rd. 11 km lange Kanal verband Norden mit dem Hochmoorgebiet Berumerfehn. Unklare Eigentumsverhältnisse in den Moor- und Wildengebieten, die zum Teil gerichtlich geklärt werden mußten, ungenaue Grenzen, die Entschädigung der Betroffenen und Verschleppungen von Seiten der Kriegs- und Domänenkammer hatten zu Verzögerungen beim Kanalbaubeginn geführt. Die Kosten des Kanals betrugen 27.314 Reichsthaler, hinzu kamen Entwässerungsgräben, Brücken, Schleusen, Wege, Torfschiffe, Entschädigungen für Ländereien.

Auf dem Kanal wurde bis Ende der 1930er Jahre Torf nach Norden in Schuten getreidelt, in umgekehrter Richtung wurde Dünger (Seeschlick, Kleierde, Straßenkot, Brennerei-Abfälle) befördert. Der Kanal ist heute kein Transportweg mehr, sondern dient lediglich zur Entwässerung, auch fließt er nicht mehr in das Norder Galgentief, sondern endet in Bargebur als Stichkanal. Die Entwässerung erfolgt seit den 1970er Jahren über das Addinggaster Tief bei Nadörst. Der Kanal ist ein Gewässer 2. Ordnung.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Berum; Beer, -um

berum, afr. Dat.Pl. "bei den Gehöften" von afr. bere Schuppen; Berum gehört zur Samtgemeinde Hage, ehemaliger Häuptlingssitz, "auf dem 1387 Martin Sidtzen wohnte".



2. Fehn

„Altfries. fane, fān, fēn m. n. bedeutet „Moor, Moorland““; „eine planmäßig angelegte Moorcolonie mit Torfgräbereien, u. […] einem schiffbaren Kanal.“



Quellen:

Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 204, S. 34, 253.
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 20; Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 52
Behnke, Martin, Streit um Eigentum im "wilden" Moor, in: Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier), 1997, 4; ders., Pionierwerk im ostfriesischen Moor: Berumerfehn ist 200 Jahre alt, in: Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier), 1994, 3; Drees, Heinrich, Die Geburtsurkunde Berumerfehns, in: Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier), 1955, 1, Norden 1955, 1; ders., Wie das Berumerfehn gegründet wurde, in: Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier), 1955, 2; Folkerts, Rudolf, Der Fehnkanal - ein fast vergessener Wasserweg, in: Ostfreesland, Kalender für Jedermann, Norden 1994, S. 208ff.


Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Berumerfehn (24.09.2017)

Autor(in):

Almuth Heinze-Joost


Letzte Änderung am: 24.09.2017

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