Hager Moor (Berumerfehn)

Ausgewählter Flurname:

Hager Moor


Gemarkung:

Berumerfehn

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Hager Moor (Berumerfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Der Baubeginn des Berumerfehnkanals (1794) und die Inpachtnahme des Fehns durch die Norder Fehngesellschaft hatte auch deshalb zu Verzögerungen geführt, weil es unklare Besitzverhältnisse gab. Die heutige Gemarkung Berumerfehn war ein Hochmoorgebiet, das von Siedlern am Hochmoorrand und umliegenden Dörfern zum Torfstich, zur Urbarmachung und als Weideland genutzt wurde. Besonders die Hager mit Deichrichter Sashen pochten auf ihren "langjährigen Besitz an den Morästen". (Behnke) Da auch eine eingesetzte Kommission den Streit nicht schlichten konnte, begann ein achtzig (!) Jahre dauernder Prozeß der Hager gegen die Fehn Gesellschaft - der mit einem Vergleich endete. Ob auch das "Hager Moor" Gegenstand des Prozesses war, müßte noch geklärt werden. Fest steht wohl, daß diese Flur einst in Hager Besitz war.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hage

Ortsname; zum Lkr. Aurich gehörend, in Hage stand bereits um 1200 eine Holzkirche



2. Moor

Moor, Morast, Sumpf, Torfmoor; Hochmoor, hôg-môr: Im Gegensatz zum lêg-môr durch Verwesung abgestorbener Moosschichten entstanden. Es erhält seine Feuchtigkeit allein durch Niederschläge u. kann eine Höhe von mehreren Metern erreichen.



Quellen:

Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 90
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 615; Brockhaus - die Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden, 20. Auflage, 1796 – 1996
Behnke, Martin, Streit um Eigentum im "wilden Moor", in: Heim und Herd, Norden 1997, Nr. 4, S. 15,16


Autor(in):

Almuth Heinze-Joost


Letzte Änderung am: 30.06.2011

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