Hinter Georgsfeld (Berumerfehn)

Ausgewählter Flurname:

Hinter Georgsfeld


Gemarkung:

Berumerfehn

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Hinter Georgsfeld (Berumerfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Diese Flur liegt im äußersten Südosten der Gemarkung Berumerfehn; von Aurich aus gesehen "Hinter Georgsfeld". Es befindet sich hier ein kleiner Hochmoorrest, Heideflächen und ein in den 70er Jahren - auf abgetorften Moorböden - angelegter Wald mit vielen Baumarten. Das Areal ist insgesamt 345 ha groß und erfreut sich bisher noch nicht so großer Beliebtheit als Erholungsgebiet, sondern dient eher zur Brennholzgewinnung. Künftig ist eine Nutzung des Holzes für Parkettböden, Möbelfurniere und als Bauholz vorgesehen. - Der Boden besteht aus einer dünnen Sandschicht mit darunterliegender Ton- und Torfschicht; bei Nässe sind die Wege sehr matschig. -
"Hinter Georgsfeld" gehörte nicht von Anfang an zur Norder Fehngesellschaft und damit zu Berumerfehn, sondern wurde erst 1875/1880 als sog. Vergrößerungsfläche der Gesellschaft zugesprochen. Dies geschah durch einen gerichtlichen Vergleich nach einem achtzig Jahre währenden Gerichtsverfahren um ein Wildengebiet (siehe auch Königskeil/Königskiel). Allerdings wurden 1920 300 ha dieser erstrittenen Ausgleichsfläche enteignet. Sie waren für Kriegsanleihestücke in Zahlung gegeben worden. (Fegter)


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Georgsfeld

Ortsname; bei Aurich, "die 1846 od. 1848 gegr. Moorrand-Sdlg. wurde am 07.02.1852 nach dem hannoverschen König Georg V. (1819-1878) benannt."



2. Feld

mnd. velt, n., (das freie, offene) Feld“; nnd. Feld, „Feld, Ackerland, abgeteilte (kleinere) Ackerfläche, Beet, offene Gemarkung, die (bebaute und/oder unbebaute) Flur“



Quellen:

Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 78
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 229; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 118
"Aurich: Aufwuchs von Wegrändern darf in Gräben verrotten", in: Ostfriesische Nachrichten, online-Ausgabe vom 5.4.2011; Fegter, Gerda (Hersg.), Popke Fegter, Norden 1989, S. 34, 41, 134.


Autor(in):

Almuth Heinze-Joost


Letzte Änderung am: 05.09.2015

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