Mahnweg (Berumerfehn)

Ausgewählter Flurname:

Mahnweg


Gemarkung:

Berumerfehn

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Mahnweg (Berumerfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Der Name "Mahnweg" - "gemeinschaftlicher Weg" - deutet darauf hin, daß es sich um einen alten Weg in das Hochmoorgebiet handelt; der heutige Name ist Großheider Straße (K204). - Im Jahre 1871 wurde ein Straßenbauplan vom Amt Norden beschlossen, eine bepflasterte Landstraße von Berum über Großheide zum Berumerfehnkanal zu bauen. Bedingung war, daß die Gemeinden gewisse Eigenleistungen erbringen sollten, wie Grundstücksteilung, Sandbettung, Planum und auch finanzieller Art. "Im ganzen aber sollte die Straße auf dem schon vorhandenen Wege angelegt werden." (H. Braa) Um die Straßenführung und um die Finanierung gab es dennoch viel "Papierkrieg" und so wurde die Straße erst 1883/84 zunächst nur bis zum Mahnweg/Linienweg gebaut. 1891 beschlossen die Gemeinden von Großheide und Berumerfehn, den Mahnweg bis zum Berumerfehnkanal und von dort, entlang des Kanals, bis zum Kompaniehaus der Norder Fehngesellschaft auszubauen. So wurde die neue Landstraße zu einem zweiten Zufahrtsweg in das Berumerfehner Moor.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Mahn, Mahne, Mahnd, Mande

afries. manda, monda, "Gemeinschaft; gemeinschaftlicher Besitz"; Hinweis auf Land in Gemeinschaftsbesitz; Mande: die am Gemeinschaftsbesitz beteiligten Bauern



Quellen:

Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 268; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 571
Braa, H., Tauziehen um Straßenführung, in: Heim und Herd, Nr. 1, Norden 1968; Braa, H., Nicht allein den Maanweg auszubauen..., in: Heim und Herd, Nr. 2, Norden 1968


Autor(in):

Almuth Heinze-Joost


Letzte Änderung am: 14.06.2011

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