Amerland (Engerhafe)

Ausgewählter Flurname:

Amerland


Gemarkung:

Engerhafe

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Amerland (Engerhafe)


Erklärung des Flurnamens:

Nach einer Karte von A. Fuchs aus dem Jahr 1745 hatte das "Königl. Grashaus Amerland" seinerzeit 89 Diemat, 209 Quadratruten hohes und gutes Land, während 52 Diemat, 169 Quadratruten niedrig gelegen und zum Teil überflutet waren. 1805 wird Amerland auf einer Karte von Bunnik als "Königl. Plaatz" bezeichnet und 1824 von Fridrich Arends in seiner "Erdbeschreibung" als "ein großer Domänenplatz und ehemaliges Kloster nahe dem Longeweerster Meer", in der Engerhafer Marsch gelegen, erwähnt. O. G. Houtrouw ergänzt: "...Amerland, das jetzt eine herrschaftliche Domäne ist, ehemals aber ein Kloster gewesen sein soll und heute noch Kloster heißt, wenngleich keine Urkunden sich darüber finden lassen."
Die Domäne Amerland wurde 1980 auf Vorschlag der Samtgemeinde Brookmerland und auf Antrag der Gemeinde Wirdum von Engerhafe (Gem. Südbrookmerland) in die Gemeinde Wirdum umgegliedert. Der Grund war, dass der Hof nur von der Loppersumer Straße erschlossen wurde, die wirtschaftlichen und geschäftlichen Verbindungen der Bewohner nach Wirdum und Marienhafe ausgerichtet waren und die Kinder des Domänenpächters hier die schulischen Einrichtungen besuchten. Wegen der durchgeführten Gebietsreform war keine Änderung der Kreisgrenzen nötig, und so wurden zunächst am 1. 5. 1980 rd. 93.48 und ein halbes Jahr später noch rd. 14.84 Hektar = insgesamt 108.32 Hektar in die Gemeinde Wirdum eingegliedert.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Amer-

Bei "Amer-" dürfte es sich um eine Verkürzung der Lagebezeichnung "Am Meer" handeln. Die Domäne liegt unmittelbar nördlich am Überflutungsgebiet "Amerlander Meer" (Karten von Fuchs und Bunnik) bzw. "Longewehrster Meer", das im 13./14. Jahrhundert durch den Einbruch der Leybucht entstand und erst im 19. Jahrhundert trockengelegt wurde.



Quellen:

Arends, Fridrich; Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland, Emden 1824, S. 123. Houtrouw, O. G.; Ostfriesland – Eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit [1744], Nachdr. Leer 1974, II S. 44. Verordnung der Bezirksregierung Weser-Ems vom 20. 3. und 25. 9. 1980.
Steffens, Gerhard, Hrsg.; Die Acht und ihre sieben Siele, Leer 1987, 2 Bde., S. 47, 120, 592,


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 29.06.2015

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