Endel (Friedeburg)

Ausgewählter Flurname:

Endel


Gemarkung:

Friedeburg

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Endel (Friedeburg)


Erklärung des Flurnamens:

"Erste Besiedlung, wahrscheinlich ab Mitte des 15. Jh., hinter der Friedeburg"

Vier Flurstücke führen den Namen "Endel" der ersten Besiedlung, nachdem die Burganlage zur Festung ausgebaut worden war. Um 1600 hatte sich eine kleine Siedlung mit diesem Namen in unmittelbarer Nähe der Burg und der Heerstrasse gebildet. Sie besaß nach Houtrouw sogar ihren eigenen Schüttmeister und zählte zu seiner Zeit 22 Häuser. Ihre Bewohner waren von Hofdiensten befreit gewesen. Eine weitere Erklärung könnte von ondel, "noch nicht eingedeichter Außengroden" abzuleiten sein (siehe Remmers: "Ondelweg"). Da durch die Marcellusflut von 1362 eine Meeresbucht bis nach Gödens und ihre Ausläufer bis nach Friedeburg heranreichten, im Volksmund "Schwarzes Brack" genannt, wäre Endel auch durch eine Eindeichungsmaßnahme erklärbar. Eine andere aber wahrscheinlichere Erklärung ist: Land, am Ende eines Waldgebietes, einer Lichtung, herzuleiten von lo(h), das zu el wurde, welches "Gebüsch" bedeutet, abzuleiten von lat. lucus = der Wald.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Endel

mnd. en = Ende, "Ende, Gegend, Ort, Stelle"; el ist die Abkürzung von loh, loch, loge, lage, "Gehölz, Busch, Waldwiese"



Quellen:

Houtrouw, O. G., Ostfriesland. Eine geschichtlich-ortskundige Wanderung gegen Ende der Fürstenzeit, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1898/1891, Leer 1974, Bd. II, S. 173; Hofmann, D. / Popkema, A. T., Altfriesisches Handwörterbuch, Heidelberg 2008, S. 119; siehe auch Remmers, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 64


Autor(in):

Dr. Karl- Heinz Frees


Letzte Änderung am: 29.08.2015

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