Mühlentief (Friedeburg)

Ausgewählter Flurname:

Mühlentief


Gemarkung:

Friedeburg

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Mühlentief (Friedeburg)


Erklärung des Flurnamens:

Das Friedeburger Tief wird im Bereich der früheren Wassermühle, die zur Burgregion gehörte, auch Mühlentief genannt.
Dieses Tief soll nach den großen Fluten im letzten Drittel des 15. Jh. von Gräfin Theda vertieft und verbreitert worden sein, als durch Überschwemmungen die Möglichkeit bestand, von der Friedeburg bis nach Etzel und darüber hinaus zu fahren: "weyt unde deep gemaket, datmen mit barsen (mnd. barse, "Barke, kleines Lastschiff") und andre schepen uth der Jarde und Weser wente an de Fredeborch kund kamen", zit. nach Beninga, E., Cronica der Fresen, Nachdruck Aurich 1961-1964, Bd. II, S. 347.
Das Mühlentief hat nach Georg Sello der Häuptling Cirk von Friedeburg um die Burg geleitet, nicht die Gräfin Theda. (Sello, Georg, Der Jadebusen, Varel 1903)


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Mühle

„Außer im Namen „Mühlenteich“ bezeichnet das Wort … immer durch Windkraft angetriebene Mühlen. Diese waren bzw. sind nicht nur Korn-, sondern auch "Wassermühlen", d. h. Mühlen, die zum Antrieb von Wasserschöpfwerken dienen bzw. dienten.“



2. Tief

mnd. dêp, n., „Fahrwasser, Fluß, Canal“; nnd. dêp, „Tief, Graben, Canal, kleiner Fluss“



Quellen:

Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 270
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 506; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 293


Autor(in):

Dr. Karl- Heinz Frees


Letzte Änderung am: 21.11.2015

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