Königskiel (Georgsfeld)

Ausgewählter Flurname:

Königskiel


Gemarkung:

Georgsfeld

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Königskiel (Georgsfeld)


Erklärung des Flurnamens:

"Dieses keilförmige Flurstück ragt in die Gemarkungen Münkeboe, Victorbur und Georgsfeld hinein und liegt weit ab vom Ortskern Georgsfeld. Es ist ein Moorgebiet mit ehemaligem Torfabbau und -werk. Die Bezeichnung "Königskiel" bezieht sich darauf, dass es sich um früheres fiskalisches, also königliches Land handelt. - In dem Erbpachtvertrag zwischen dem König von Preußen und der Norder Fehngesellschaft waren Moorflächen "nebst den Wilden" verpachtet worden. Um Teile dieser Wildengebiete war es zu einem 80 Jahre andauernden Gerichtsprozess gekommen, der 1875 mit einem Vergleich endete. Da die strittigen Wilden inzwischen vom Staat anderweitig vergeben worden waren, erhielt die Gesellschaft im Vergleich den 37,500 ha großen "Königskiel" ("Königskeil") sowie eine in der Nähe liegende sog. Vergrößerungsfläche. Diese Fläche mußte 1920 an den Staat verkauft werden und wurde an die Ackerbaugesellschaft in Berlin zum Torfabbau verpachtet. Nach dem 2. Weltkrieg erhielt Niedersachsen das Gebiet, das seit den 1970er Jahren aufgeforstet wird." (Quelle: Almuth Heinze-Joost, Königskiel/Berumerfehn)



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kiel

mnd. kîl, nnd. Kiel, "Keil"; "keilförmig, spitz zulaufendes Flurstück



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 130; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 208, 210
Behnke, Martin, Streit um Eigentum im "wilden" Moor, in: Heim und Herd, Norden 1997, Nr. 4, S. 13-16; Rack, Eberhard, Berumerfehn - eine nicht typische Fehnsiedlung, in: Ostfreesland, Kalender für Jedermann, Norden 1979, Abb. 5, S. 139 S. 140; Trilling, F., Kreis Norden in den letzten 100 Jahren, in: Heim und Herd, Nr. 15, Norden 1930.
Fegter, Gerda (Hrsg.), Ramm, Heinz (Verfasser), Popke Fegter, Norden 1989, S. 41, 42, 134; "Königskeil" - ein grünes Juwel in Großheide, Ostfriesland Magazin Nr. 5, 2012.


Autor(in):

Gerken, Theo


Letzte Änderung am: 26.04.2017

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