Wundel (Grimersum)

Ausgewählter Flurname:

Wundel


Gemarkung:

Grimersum

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Wundel (Grimersum)


Erklärung des Flurnamens:

Wundel gehört nicht zu Grimersum, sondern ist eine Exklave der Gemeinde Upgant-Schott.
Nach der Eindeichung des zu Osteel gehörenden Ortsteils Neue Welt in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts bildeten sich südseitig Schlickablagerungen, die die Anlegung einer Domäne ermöglichten. Die Ländereien um Wundel (früher Wondel, Wondeler Grashaus, Königliches Grashaus Wundel genannt) wurden erst 1556 durch den Bunder Deich geschützt. Wahrscheinlich war der alte Hof Wundel bis dahin am besten über Feldwege vom Wykhof aus zu erreichen. Nach der Auricher Amtsbeschreibung gehörte das Herrschaftliche Vorwerk Wundel 1735 zur Marienhafer Vogtei. Auf einer Zeichnung von Franzius aus dem Jahr 1803 ist zu erkennen, dass Wundel damals zum Auricher Amt gehörte, wenn auch dicht an der Greetmer Amtsgrenze gelegen. 1828 verschaffte sich die Landdrostei Aurich einen Überblick über ihren Verwaltungsbezirk. Damals gehörte die Domäne Wundel zum Bauermeisterbezirk Upgant und dieser zum Untervogteibezirk Marienhafe und zur Amtsvogtei Norden. Bei der Bildung der Gemeinden in der Mitte des 19. Jahrhunderts wird Wundel dann der Gemeinde Upgant-Schott zugeordnet worden sein. Da das Hauptgebiet der Gemeinde keine unmittelbare Verbindung mit Wundel hatte, entstand eine Exklave.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wundel, Wondel

Mhd. wünne, wunne, Wiesenland, Weide, Wonne; ahd. winne, Weide.



Quellen:

Steffens, Gerhard, Hrsg.; Die Acht und ihre sieben Siele, Leer 1987, Bd. 1 S. 304; Ramm, Heinz; Die ersten Landgewinnungsarbeiten in der Leybucht und ihre Urheber, in Ostfreesland-Kalender 1988, S. 219 ff.; Remmers, Arend; Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 247. Bents, Harm; Chronik der Gemeinde Upgant-Schott mit Siegelsum, Norden 2009, S. 52, 694.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 14.06.2011

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