Fehnkanal (Hüllenerfehn)

Ausgewählter Flurname:

Fehnkanal


Gemarkung:

Hüllenerfehn

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Fehnkanal (Hüllenerfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Struktur: eingliedriges festes Kompositum

Deutung: Fehnkanal ist eine andere Bezeichnung für die Hüllenerwieke, die auch "Alter Kanal" genannt wird. Hüllenerfehn entwickelte sich von einem Fehndorf zu einem landwirtschaftlich geprägten Dorf und die Schifffahrt verlor stetig an Bedeutung. Der Flurname "Alter Kanal" zeigt deutlich, dass die Hüllenerwieke bereits 1870 wenig frequentiert gewesen sein dürfte.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Fehn

Im Altfriesischen bedeutet „Fane, fān, fēn m. n.“ „Moor“ oder auch „Moorland“ (HOFMANN / POPKEMA 2008, S. 137). Im Mittelniederdeutschen bezeichnen „venne“ und „ven“ „sumpfiges Land, wo Torf gestochen wird, Moor“. In Ostfriesland bezeichnen „Vehnen“ „Moorcolonien“; dann (als fem.): niedrige Ländereien die zur Weide benutzt werden, mit moorigem Untergrund, gew. mit Gräben umschloßen“ (SCHILLER / LÜBBEN 1875-1880, BD 5, S. 234)



2. Kanal

„Nnd. Kanaal, „Canal, Rinne, Leitrohr, röhrenförmig gemauerte Leitung, gegrabene Rinne od. Leitung zur Verbindung von Seen und Flüssen“ (DOORNKAAT KOOLMAN, 1879-1884, BD 2, S. 167).



Quellen:

Hofmann, Dietrich/Popkema, Anne T., Altfriesisches Handwörterbuch, Heidelberg: Winter.
Schiller, Karl / Lübben, August: Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bände 1-6, Bremen: Küthmann.
Doornkaat Koolmann, Jan ten: Wörterbuch der Ostfriesischen Sprache, Norden: Braams.


Autor(in):

Wolfgang Albers


Letzte Änderung am: 04.01.2016

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