Wester Ne▀merpolder (Hagermarsch)

Ausgewählter Flurname:

Wester Neßmerpolder


Gemarkung:

Hagermarsch

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Wester Ne▀merpolder (Hagermarsch)


Erklärung des Flurnamens:

Der Nessmer Polder hat 211 Diemat und 366 Ruthen und ist im Jahre 1772 durch den Deichrichter Hibbe Jildens Sassen, Amtsverwalter Damm, Uke Wilts Uken, Gerd Wilts Uken, Euke Hillrichs, Klass Janssen, Hinrich Eppen Arends, Jann Frerichs und Jann Arends auf eigene Kosten eingedeicht worden. Die Kosten für die Bedeichung waren 18 000 Reichstaler, die die Interessenten aber nach zwei Jahren aus dem Verkauf von geernteten Rapssamen wieder ausgeglichen hatten (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. westen

westlich (von etwas) gelegene Flurstücke



2. Nesse

Halbinsel, Vorsprung, Landzunge, vorragende Landecke



3. Polder

nnd. Poller, Polder; "angeschlammtes Marschland, welches ringsum mit einem Deich umgeben ist od. ein vor dem Hauptdeich liegender Strich neu eingedeichten Landes, welcher durch Anschlickung entstand und vor der Eindeichung „heller“ heisst"



Quellen:

(1) Freese, Johann Conrad, OstFrieß- und Harrlingerland nach geographischen, topographischen, physischen, ökonomischen, statistischen, politischen und geschichtlichen Verhältnissen. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe Aurich 1796, Leer 1980, S. 429.
Schöneboom, A., Filsum. Die Flur und ihre Namen, in: Ostfriesischer Hauskalender oder Hausfreund, 1955, S. 47-53
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 138; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 649
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 140


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 16.08.2011

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