Halbemondsweg (Halbemond)

Ausgewählter Flurname:

Halbemondsweg


Gemarkung:

Halbemond

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Halbemondsweg (Halbemond)


Erklärung des Flurnamens:

Die alte Landstraße von Nadörst nach Halbemond, einst aus Klinkersteinen gebaut und mit Apfelbäumen gesäumt, gab dieser Flur den Namen. Auch wenn diese Straße inzwischen begradigt, ausgebaut und umbenannt worden ist in Nadörster Straße (K203), so ist doch der bogenförmige Verlauf, wie eine Mondsichel, noch zu erkennen.

Der Name "Halbemond" beruht jedoch sehr wahrscheinlich auf einem Übersetzungsfehler: In einem Rechtsstreit gab ein Kolonist seinen Wohnsitz mit "Halvemaanland" an, das Gericht wandelte den Ortsnamen in "Halbemond" um. Halvemaanland bezeichnete Halbschaftsländereien, auch Halbgemeinschaftsland genannt.
Eine andere Deutung von "Halbemond" bezieht sich darauf, dass "half maan", "maande" eine "halbe Gemeinheit" von Hage ist.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. halv, half; Halfe

"afr. manda, monda, Gemeinschaft, gemeinschaftlicher Besitz, fleischliche Gemeinschaft, mnd. mande, Gemeinschaft, Gemeingut, ae. ge-mâna, Gemeinschaft, ostfries.-nd. mande, mânde, manne, man, mân, Gemeinde, Genossenschaft, Gemeinschaft". halb; zerteilt, zerschnitten; Gegensatz zu "ganz". - Ein "Halfe", auch Halbwinner, Halbmann/Halbleute genannt, war im Mittelalter u. in der Frühen Neuzeit ein Pächter, der die Hälfte des Ertrages an den Grundeingentümer abzuliefern hatte



2. Maan, Mande

"afr. manda, monda, Gemeinschaft, gemeinschaftlicher Besitz, fleischliche Gemeinschaft, mnd. mande, Gemeinschaft, Gemeingut, ae. ge-mâna, Gemeinschaft, ostfries.-nd. mande, mânde, manne, man, mân, Gemeinde, Genossenschaft, Gemeinschaft".



3. Maan

nnd.: Mond



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 123; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 13.
Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 268; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 571; Stürenburg, Cirk Heinrich, Wörterbuch, unveränd. Nachdr. der Aufl. Aurich 1857, Leer 1996, S. 143.
Byl, Jürgen, Ostfriesisches Wörterbuch, Plattdeutsch/Hochdeutsch, Leer 1992, S. 80.


Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Halfe
http://drw-www.adw.uni-heidelberg.de/drw/

Autor(in):

Almuth Heinze-Joost


Letzte Änderung am: 23.12.2017

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