Heerweg (Hatshausen)

Ausgewählter Flurname:

Heerweg


Gemarkung:

Hatshausen

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Heerweg (Hatshausen)


Erklärung des Flurnamens:

Dieser Weg entstand wahrscheinlich zeitgleich mit der Anlegung der Ortschaften Hatshausen und Ayenwolde.
Die Upstrecken (Aufstreckungen) wurden von diesem Weg aus ins Moor getrieben, nachdem jeder Siedler eine bestimmte Parzelle in Besitz genommen hatte.
Aufgrund der Niederung nördlich dieses Weges und den damit verbundenen Überschwemmungen wurde der Hohe Weg so hoch angelegt, dass er einerseits bei Hochwasser passierbar war, andererseits aber auch die Upstrecken vor Überflutungen schützte.
Er war eine wichtige Verbindung zur Außenwelt, da er im Norden über das Fehntjer Tief und die dortige alte Klappbrücke in Richtung Timmel und nach Aurich führte, andererseits nach Westen über Ayenwolde, die Leidsebrücke nach Tergast und dann nach Emden.
Der Weg läuft fast parallel zum Meedeweg und dem Fehntjer Tief.
Nördlich davon liegen in den Niederungen die Allmeende (Gemeindeweiden) und auch die Gasten. Südlich beginnen die Upstrecken, die als lange, schmale Flurstücke ins ehemalige Hochmoor reichen.
Ausgebaut als feste Straße wurde der Hohe Weg erst 1956. Der dafür erforderliche Sand wurde östlich der Kirche abgegraben. Somit entstand dort der Dorfteich.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Heerweg

mnd. heerwech, heerewech, "öffentliche Straße"; nnd. Heerweg, "Heerstraße"



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 124


Autor(in):

Torsten Manssen


Letzte Änderung am: 14.09.2011

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