Rorichumer Tief (Hatshausen)

Ausgewählter Flurname:

Rorichumer Tief


Gemarkung:

Hatshausen

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Rorichumer Tief (Hatshausen)


Erklärung des Flurnamens:

Das Rorichumer Tief ist ein 1929 fertig gestellter Entwässerungskanal, der beginnend am Boekzeteler Meer, die Hatshauser- und Ayenwolder Niederungen vor Hochwasser schützen sollte. Sein Oberlauf zieht sich am südlichen Rand der Niederung und am Fuß des Geestrückens von Hatshausen und Ayenwolde entlang. Er fängt somit das von der Geest und aus den Fehngebieten zur Niederung herabfließende Wasser auf und führt es auf kürzestem Weg ins Oldersumer Siel. Bereits um 1820 wurden erste Überlegungen zur Anlage eines solchen Kanals angestellt. Der damalige „Bauermeister“ stellte 1834 einen Antrag nach Aurich zur Aufmessung eines möglichen Streckenverlaufes. Der projizierte Verlauf sah allerdings etwas anders aus als das heutige Rorichumer Tief. Er verlief direkt am Hohen Weg entlang. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Erst 90 Jahre später wurde der ersehnte Entwässerungskanal gebaut. Unter Einbeziehung und Ausbau des „alten Rorichumer Tiefes“ wurde ein Kanal gegraben, der vorbei an Rorichum direkt in das Oldersumer Siel führt und somit wesentlich zur Beseitigung der Wasserproblematik beigetragen hat. Das Rorichumer Tief hat bis heute seine Funktion behalten, wobei auch die Freizeitschifffahrt das Gewässer intensiv nutzt. Umgangssprachlich wird dieser Kanal auch „Nee Deep“, also „Neues Tief“ genannt, im Gegensatz zum „Alten Tief“, womit das Fehntjer Tief gemeint ist.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Tief

Hauptentwässerungsgraben, Kanal, kleiner Fluss.



Quellen:

Bents, Harm, Flurnamen in Upgant-Schott und Siegelsum, in: Chronik der Gemeinde Upgant-Schott mit Siegelsum, Norden 2009, S. 697
Janssen, Theodor, Gewässerkunde Ostfrieslands, Aurich 1967, S. 197 ff


Autor(in):

Torsten Manssen


Letzte Änderung am: 12.09.2011

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