Westermeede (Hatshausen)

Ausgewählter Flurname:

Westermeede
( Ruge Twalv )

Gemarkung:

Hatshausen

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Westermeede (Hatshausen)


Erklärung des Flurnamens:

Die Westermeede wird in einer Karte von 1737 als "Ayenwolder Bau- und Grünland" bezeichnet, das im Westen der Gemarkung Ayenwolde liegt. Sie grenzt direkt an den Bääkschloot und somit an die Gemarkung Tergast. Die Geländehöhe liegt hier durchschnittlich bei NN -0,80 m. Vor dem Bau des Oldersumer Schöpfwerkes und der Fertigstellung des Rorichumer Tiefs 1929 standen diese Ländereien in den Wintermonaten unter Wasser. Das hatte den Vorteil, dass sich wertvoller Schlick ablagern konnte, was eine gute Heuernte zur Folge hatte. Nach Inbetriebnahme des Schöpfwerkes veränderte sich auch die Vegetation, war diese doch bis dato auf sehr feuchten, aber nährstoffreichen Boden eingerichtet. Die Heuerträge verringerten sich merklich, was zur Folge hatte, dass verstärkt Kunstdünger eingesetzt werden mußte. In den Wintermonaten war die gesamte Niederung bis nach Emden eine Eisfläche, was von den Schlittschuhläufern reichlich genutzt worden ist.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wester

westlich



2. Meede

afries. mede, Heuland; eine Wiese, die nur zum Mähen bestimmt ist; "auch Bezeichnung für anmoorige Übergangsgebiete zwischen Marsch und Geest und für Feuchtwiesen"



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 544;
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 136; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 585;
Horst, J. F. , "Karte von 1737", Niedersächsisches Landesarchiv Aurich, Rep. 244, A 3113


Autor(in):

Torsten Manssen


Letzte Änderung am: 30.03.2011

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