Jackenbargskamp (Hesel (Friedeburg))

Ausgewählter Flurname:

Jackenbargskamp


Gemarkung:

Hesel (Friedeburg)

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Jackenbargskamp (Hesel (Friedeburg))


Erklärung des Flurnamens:

Dieser Kamp grenzt an das Flurstück „Jackenbarg“, eine ehemalige
Sanddüne im Heseler Ortsteil Heidhörn, erwähnt im Jahr 1703 als
„Jackenberg“ (OSB Reepsholt Nr. 3530). Der Sand ist heute längst abgetragen. Sand fand früher vielfältige Verwendung. In der Fürstenzeit,
nach dem Osterhuser Akkord von 1611, waren Heseler Bauern zum „Sandfahren“ zur Festung Friedeburg verpflichtet. Wahrscheinlich diente der Jackenbarg als Sandstich. In der Nachbargemarkung Reepsholt liegt an der Upschörter Straße in einem Sanddünengebiet der ebenfalls abgetragene „Heseler Barg“. Vermutlich war Hesel auch hier zum Sandabbau berechtigt. Für die Deutung zu „Jackenbarg“ kann das enthaltene Bestimmungswort „Jacken“ auf den Namen „Jacob“ zurückgeführt werden.
Ein großes Begriffsfeld um den biblischen Namen „Jakob“ bzw. der
Nebenform „Jacob“ enthält Ableitungen in vielen Sprachen und Formen,
häufig abwertend oder spöttisch in Bezug auf eine bestimmte Person oder Gruppe. Möglicherweise handelt es sich bei „Jacken“ um einen „kollektiven Spitznamen“.



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Jacken

"Jack, Jacke, Jackel friesisch – ostfriesische Kurzform zu Jacob". „Jäcklein, Koseform des Namens Jacob (s.Jäckel); als Bezeichnung von Schelmen“



2. Barg

mnd. berch, m., „Berg“



3. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Tammena, Namengebung in Ostfriesland, s. 739. DWB (Bd. 10, Sp. 2200 bis 2202).
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 1, S. 240
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Mathilde Bogena


Letzte Änderung am: 25.10.2017

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