Michelskämpe (Hesel (Friedeburg))

Ausgewählter Flurname:

Michelskämpe
( Michelskamp )

Gemarkung:

Hesel (Friedeburg)

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Michelskämpe (Hesel (Friedeburg))


Erklärung des Flurnamens:

„Michelskamp“ bezeichnet hier einen Gastackerstreifen zwischen Heseler Straße und Schlagbaumweg.
In der Flurnamensammlung ist dieser Name für Hesel viermal örtlich festgelegt, davon einmal als „Michelskämpe“, und zwar in einem Bereich,
für den „Michelskamp“ als übergeordneter Begriff zu betrachten ist.

„Michelskamp“ ist eine im Heseler Volksmund gebräuchliche Definition
großer Teile der Flur im Delta Jackenbarger Weg/Alter Postweg / Heseler Straße. Die Gaste an der Heseler Straße wird als Ganzes so bezeichnet.

Nach mündlicher Überlieferung gehörte das beschriebene Areal mit der
Alten Wassermühle zeitweise zum Kloster Hopels, das an der Kultivierung
von Flächen beteiligt war. Die Bedeutung von „Michel“ bleibt in diesem Zusammenhang ungeklärt.
„Michel Michels“ (1738-1809) ist zwar belegt als Hofbesitzer in Hesel, allerdings stellt „Michelskamp“ zu viel an Grund und Boden dar;
Bauerstellen in dieser Größe hat es hier nicht gegeben.
Eine Erklärung im Bezug auf die Größe der Flur bietet das ostfriesische Adjektiv „michel“ im Sinne von gross, ausgedehnt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Michels

michel, "gross, stark"; mhd. michel, "gross, ausgedehnt, gewaltig". mnd. michelik, michelk, "groß, mächtig".



2. Kamp

mnd. kamp, m., „Landstück, insbes. eingefriedigtes Stück Landes, Weide- oder Ackerland, auch gehegtes Waldstück, [...] im allg. als Privatbesitz, [...] Feldstück von bestimmter, doch nicht festgelegter Größe“; nnd. Kamp, m., „ein mit einer Hecke oder mit einem Graben eingehegtes Stück Land, gleich viel, ob es Ackerland, oder Wiese, oder Waldbestand ist“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 597. Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 3, S. 85.
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 129


Autor(in):

Mathilde Bogena


Letzte Änderung am: 20.11.2015

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