Ochsenhamm (Hesel (Friedeburg))

Ausgewählter Flurname:

Ochsenhamm


Gemarkung:

Hesel (Friedeburg)

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830),
Deutsche Grundkarte

Ochsenhamm (Hesel (Friedeburg))


Erklärung des Flurnamens:

Ochsenhamm ist eine große Flur aus Grünland, die sich östlich am Friedeburger Tief bis in die Gemarkung Friedeburg erstreckt.
Auch die Flächen südlich der Ortschaftsgrenze wurden in früher Zeit
durch die Heseler Bauerschaft genutzt und gehören erst seit der Gemeinheitsteilung um 1850 zu Friedeburg.
Das Gebiet liegt in einer Organomarsch, ein Bodentyp mit brackigen Ablagerungen, die sich durch häufige Überschwemmungen, teils durch schwere Sturmfluten gebildet hat.
Der Begriff „Ochsenhamm“, zu deuten als „Ochsenweide“, könnte irreführend sein, denn der Volksmund kennt hier nur die Bezeichnung „Össenhamm“.
Dieser Name weist auf die ursächliche Entstehung des schweren, kleiigen Bodens hin. „Ôs, Öse“ ist ein ostfriesisches Wort für „Dreck, Schmutz“;
mhd. wase (feuchter Erdgrund, Schlamm); griech. asis (Schlamm aus dem Flusse); engl. ooze (Schlamm, Schlick, der schlammartige Abfluss).
ôsen, ösen= „schmutzen, schmieren“; engl. ooze (langsam dahinfliessen od. ablaufen, wegsickern), Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 688/689.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. hamm

ham, mnd. ham, m., „ein (durch Gräben) eingefriedigtes Stück Land in den fries. Landestheilen; auf der Geest, wo die Einfriedigung durch Hecken, Wälle, Knicke etc. geschieht, kamp genannt, das vielleicht ganz dasselbe Wort ist“



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 182


Autor(in):

Mathilde Bogena


Letzte Änderung am: 28.11.2015

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