Tamm Moor (Hesel (Friedeburg))

Ausgewählter Flurname:

Tamm Moor
( Tem Moor, Tom Moor )

Gemarkung:

Hesel (Friedeburg)

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Tamm Moor (Hesel (Friedeburg))


Erklärung des Flurnamens:

Das Tamm Moor ist ein niedriges anmooriges Flurstück am
„Alten Postweg“. Schon früh siedelten sich in der Nähe Weberfamilien an.
Der Name könnte sich auf den Familiennamen Tammen beziehen, die
Endung „en“ ist sprachlich „verschluckt“.
Die Kapitalschatzung von 1651 nennt bereits die „Jann Tammen Hausstelle“.
Es handelt sich wohl um eine alteingesessene Weberfamilie.
Im Kopfschatzregister von 1719 heißt es:
„Weyl. Johann Tammen Wittwe Hilke, ist arm und unvermögend“;
um 1720 übernimmt dann der „neue Weber Renke Renken“ die Hausstelle (heute Ecke Heseler Straße/Alter Postweg) von Johann Tammen.
Das Tamm Moor wird für die Flachsröste genutzt worden sein;
s. auch Flurname „Wrok Moor“. Quellen: OSB Reepsholt;
StAA Rep 4CIg25; StAA Rep 4CIg 62; StAA Rep 237 1636.






Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Tamm

"Tammen", als Familienname in Hesel belegt.



2. Moor

afries. mor, „Moor“; mnd. môr, „Moor, feuchter, sumpfiger Landstrich, wilde unzugängliche Sumpfgegend, insbes. als Torfmoor wirtschaftlich wichtig“



Quellen:

StAA Rep 237 1636.
Holthausen, F. (1925). Altfriesisches Wörterbuch. Heidelberg 1925, S. 73; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 1015


Autor(in):

Mathilde Bogena


Letzte Änderung am: 08.11.2015

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