Kiefeld (Hesel (Hesel))

Ausgewählter Flurname:

Kiefeld


Gemarkung:

Hesel (Hesel)

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Kiefeld (Hesel (Hesel))


Erklärung des Flurnamens:

Die Kolonie Kiefeld entstand 1775 als Moorsiedlung. Die Schreibweise entstand erst 1823, zuvor war die Siedlung als Kief-Feld amtlich vermerkt. Entstanden ist sie aus Streitigkeiten zwischen der Kriegs- und Domänenkammer und der Gemeinde Hesel. Auch der Barther Gutspächter Meenken erhob Einspruch. Ursprünglich wollten sich die ersten Siedler im "Diebeskeller" ansiedeln, doch dieses Gebiet wurde von Heselern schon zum Buchweizenanbau genutzt und letztlich unbrauchbar gemacht, daher das Ausweichen der Antragsteller auf ein anderes Gebiet. Da zum größten Teil Moorboden zugewiesen worden war, erhielten die Neukolonisten trotz heftiger Gegenwehr 250 Quadratruten Sandboden oder Heidfeld zum Getreideanbau. Andere Auseinandersetzungen entwickelten sich um Mitbenutzung der Heseler Gemeindeweide. Erst über Gerichtsverfahren Ende der 1790er Jahre konnte ein Urteil gefällt werden.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kief

mnd. kîf, m., nnd. Kief, m., „Streit, Zank; Rechtsstreit, Prozeß“; „Hinweis auf ein Flurstück, das zwischen mehreren Interessenten umstritten ist/war.“



2. feld

mnd. velt, n., (das freie, offene) Feld“; nnd. Feld, „Feld, Ackerland, abgeteilte (kleinere) Ackerfläche, Beet, offene Gemarkung, die (bebaute und/oder unbebaute) Flur“



Quellen:

Weßels, Paul, Hesel, Weener 1998, S. 179ff.;
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 130;
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 229; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 118


Autor(in):

Dr. Karl- Heinz Frees


Letzte Änderung am: 06.09.2015

Projektpartner