Haupt Canal (Jheringsfehn)

Ausgewählter Flurname:

Haupt Canal
( Iheringsfehnkanal, Hauptwieke )

Gemarkung:

Jheringsfehn

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Haupt Canal (Jheringsfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Der Haupt-Canal wird in Karten (1874) auch als Hauptwieke bezeichnet. Dieser Kanal durchzieht heute zusammen mit der Großen und der Kleinen Westerwieke unter dem Namen Jheringsfehnkanal den Ort Jheringsfehn. Diese Wieke wurde bei der Anlage des Hookster Fehns ab 1660 in süd-südöstlicher Richtung ins Moor vorangetrieben. Die ursprüngliche Entwässerung erfolgte über die "Verlorene Wieke" ins Boekzeteler Meer und von dort ins Fehntjer Tief. Später wurde der Boekzeteler Fehnkanal als Zugang zum Boekzeteler Meer gegraben. 1770 wurde an dieser Wieke eine Schleuse gebaut. Eine Schule, eine Windmühle und ein Friedhof kamen hinzu.
Das von dieser Wieke aus bearbeitete Hooksterfehn ist der Ausgangspunkt der Moorkultivierung wie sie ab Mitte des 18. Jhd. von den Jherings betrieben wurde, die in Richtung Südwesten weitere Moorflächen in Erbpacht übernahmen.
Als Hoek, später auch "Schulbezirk Jheringsfehn I" ist das Gebiet um den Haupt-Canal einer der beiden Ausgangspunkte des Ortes Jheringsfehn.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wieke

von mnd. Wik, "das Weichen, Entweichung", ein von einem Hauptcanal seitlich abweichender kleiner Canal od. überhaupt eine seitliche Ausbucht eines größeren Tiefs o. Canals wie sich solche hauptsächlich auf den Fehnen finden", - Inwieke:"eine nach innen, bz. ins Land oder Moor hinein gegrabene Wieke od. Neben-Canal, der sich von der Hauptwieke abzweigt".



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 710; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 548; Bd. 2, S. 133
Freese, Johann Conrad, Über die Vehne oder Torfgräbereien, Aurich 1789, S. 8, 21, 30, 96, 100, 106, 108
Arends, Fridrich, Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland und des Harlingerlandes, Emden 1824, S. 145
E. Stumpfe, Die Besiedelung der deutschen Moore, Leipzig und Berlin 1903, S 187
Korte, Hermann, Die Entwicklung der ostfriesischen Moorkultur, Aurich 1930, S. 6 ff
H. Schoon, Aus der Geschichte Jheringsfehns, in: Heimatkunde und Heimatgeschichte, Beilage zu: Ostfriesische Nachrichten vom 03. August 1930, S. 53 ff
Wiechers, Karl-Heinz, "..und fuhren weit übers Meer", Bd. III, Die Fehne, Norden 1997


Autor(in):

Dr. Joachim Pfaff


Letzte Änderung am: 14.09.2017

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