Jheringsfehnkanal (Jheringsfehn)

Ausgewählter Flurname:

Jheringsfehnkanal


Gemarkung:

Jheringsfehn

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Jheringsfehnkanal (Jheringsfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Der Jheringsfehnkanal besteht aus der "Kleinen Westerwieke" und der "Großen Westerwieke".

Die "Große Westerwieke" wurde auch als "Lang Rack" bezeichnet.

Von der Beek genannten Siedlung (später Jheringsfehn II) aus, wurde etwa ab 1790 in Richtung Nordosten und vom Hook (später Jheringsfehn I) ein Kanal angelegt, der eine Verbindung zur Hookswieke schuf und die beiden Ortsteile verband. Diese "Große Westerwieke" wurde nach Südwesten als "Kleine Westerwieke" bis zur Grenze Warsingsfehn verlängert. Richtung Boekzetelerfehn ergab sich ein Gefälle, welches die Abtrennung durch einen Damm an der Beekswieke erforderlich machte.

Die Westerwieke-(n) hatten die Georgs-, Rudolfs-, Altebeeks- und Neuebeekswieke als Inwieken.

Freese weist 1789 darauf hin, wie wichtig die Anzahl und Größe der Inwieken für den Wasserstand der Hauptwieken ist, um dort ausreichende Wasserstände zu sichern und dadurch auch den Betrieb von Schleusen zu gewährleisten.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Jheringsfehn

Die Fehn-Siedlung wurde 1772 nach dem Auricher Regierungsdirektor Sebastian Ihering (1700-1759) benannt, der 1744 die Erbpacht für das "Hookster Fehn" übernahm.



2. Fehn

„Altfries. fane, fān, fēn m. n. bedeutet „Moor, Moorland““; „eine planmäßig angelegte Moorcolonie mit Torfgräbereien, u. […] einem schiffbaren Kanal.“



Quellen:

Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 20; Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 52
Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 112
Freese, Johann Conrad, Über die Vehne oder Torfgräbereien, Aurich 1789, S. 8, 21, 30, 96, 100, 106, 108


Autor(in):

Dr. Joachim Pfaff


Letzte Änderung am: 21.09.2017

Projektpartner