Neuebeekswieke (Jheringsfehn)

Ausgewählter Flurname:

Neuebeekswieke
( Neuebääkswieke )

Gemarkung:

Jheringsfehn

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Neuebeekswieke (Jheringsfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Die Neuebeekswieke wird auch als Neuebekswieke, Neuebäkswieke, Neuebääkswieke, Neuebeekswieke oder Neuebukswieke bezeichnet.

Der Flurname Neuebeekswieke verweist auf einen natürlichen Wasserlauf (- beek) und auf einen künstlichen (- wieke). Zwischen dem unteren Teil der heutigen Altebeeks- und Neuebeekswieke befand sich ein kleines Meer mit einem kleinen natürlichen Abfluß nach Boekzetel hin, die Beek genannt. Um 1790 wurde unter Benutzung dieses Abflusses von Boekzetelerfehn aus ein Kanal nach Südosten gegraben, die Jheringsbeek oder Beekswieke. Von dieser Beekswieke aus wurde Richtung Südwesten die Kleine Westerwieke angelegt. Die hierin mündende Neuebeekswieke wird 1819 erstmalig erwähnt. Die kleinen Quellen im Bereich dieser Wieke sind bis in unsere Tage bekannt, weil die Wieke nicht so fest zufror wie die anderen, sodass man dort auch nicht schlittschuhlaufen konnte.



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Beek

ndl. beek, "(de) smalle, op naturlijke wijze ontstane stroom tussen twee oevers, die nog overal doorwaadbar is"



2. Wieke

Wieke, schiffbarer Canal; von mnd. Wik, "das Weichen, Entweichung", ein von einem Hauptcanal seitlich abweichender kleiner Canal od. überhaupt eine seitliche Ausbucht eines größeren Tiefs o. Canals wie sich solche hauptsächlich auf den Fehnen finden", - Inwieke:"eine nach innen, bz. ins Land oder Moor hinein gegrabene Wieke od. Neben-Canal, der sich von der Hauptwieke abzweigt".



Quellen:

Johann Conrad Freese, Ueber die Fehne oder Torfgräbereien, Aurich 1789, S. 8, 174
van Dale, Praktijkwoordenbook, Utrecht 2005, S. 93
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 710; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 548; Bd. 2, S. 133
H. Schoon, Aus der Geschichte Jheringsfehns, in: Heimatkunde und Heimatgeschichte, Beilage zu: Ostfriesische Nachrichten vom 03. August 1930


Autor(in):

Dr. Joachim Pfaff


Letzte Änderung am: 08.05.2017

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