Rudolfswieke (Jheringsfehn)

Ausgewählter Flurname:

Rudolfswieke


Gemarkung:

Jheringsfehn

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Rudolfswieke (Jheringsfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Die Rudolfswieke ist nach Rudolf von Jhering (1818 - 1892) benannt worden. Dieser war einer der Söhne von Georg Albrecht Jhering, dem letzten Obererbpächter des Jheringsfehns. Als Jurist war er auch über Deutschland hinaus bekannt.

Die Rudolfswieke wird 1817 erstmalig erwähnt und war ursprünglich wohl als reiner Abwassergraben angelegt. Freese weist 1789 darauf hin, wie wichtig die Anzahl und die Größe der Inwieken für den Wasserstand der Hauptwieken ist, um dort ausreichende Wasserstände zu sichern und dadurch auch den Betrieb von Schleusen zu gewährleisten.

1818 erreichte man von Norden aus beim Anlegen der "Großen Westerwieke" den Bereich der heutigen Rudolfswieke, die bis 1822 auf 37 Ruten Länge (ca. 150 m) ausgegraben war.

Um die Wieke überqueren zu können, wurde 1862 ein erster und 1889 ein zweiter Drehpfosten genehmigt. Eine Klappbrücke wurde ca. 1860 gebaut.
Die Siedlungen Hook und Beek auf dem von den Jherings betriebenen Fehn waren bis zur Fertigstellung der Westerwieke nicht über einen Kanal verbunden.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Wieke

von mnd. Wik, "das Weichen, Entweichung", ein von einem Hauptcanal seitlich abweichender kleiner Canal od. überhaupt eine seitliche Ausbucht eines größeren Tiefs o. Canals wie sich solche hauptsächlich auf den Fehnen finden", - Inwieke:"eine nach innen, bz. ins Land oder Moor hinein gegrabene Wieke od. Neben-Canal, der sich von der Hauptwieke abzweigt".



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 710; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 548; Bd. 2, S. 133
Johann Conrad Freese, Ueber die Fehne oder Torfgräbereien, Aurich 1789, S. 108
Bibliographisches Lexikon für Ostfriesland III, Aurich 2001, S. 220
Schoon, H., Aus der Geschichte Jheringsfehns, in: Heimatkunde und Heimatgeschichte, Beilage zu: Ostfriesische Nachrichten vom 03. August 1930
Poppen, Bernhard, Erzählungen aus Jheringsfehn - nach mündlichen und schriftlichen Überlieferungen, in: Unser Ostfriesland, Beilage zur Ostfriesenzeitung, 1977, 16


Autor(in):

Dr. Joachim Pfaff


Letzte Änderung am: 06.10.2017

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