Verlaat (Jheringsfehn)

Ausgewählter Flurname:

Verlaat


Gemarkung:

Jheringsfehn

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Verlaat (Jheringsfehn)


Erklärung des Flurnamens:

Verlaat bezeichnet eine Kastenschleuse.

Nach Freese ist "Verlaat eigentlich derjenige Teil der Schleuse, den man in Deutschland Haupt nennt; Baven-Verlaat und Unner-Verlaat oder auch Dübbelt Verlaat sind also Ober- und Unter-Haupt einer Schleuse, und eine jede Schleuse hat zwei Verlaate."

Für die Erweiterung des Fehns im oberen Teil des Hoeks war eine Schleuse erforderlich. Diese Schleuse wurde 1770 in der Hauptwieke als feste Kastenschleuse aus Steinen erbaut. Der Sand, der beim Ausschachten anfiel, wurde bei der Anlage des benachbarten Friedhofes verwendet. 1800 wurde das Unterhaupt tiefer gelegt, 1809 wurde die Schleuse erweitert. Vor 1804 wurden jährlich 200 beladene Boote geschleust, 1819 sind pro Jahr 1200 Boote verzeichnet. Bei der Schleuse wurden eine Mühle und 1776 eine Schule gebaut und der erste Friedhof angelegt.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Verlaat

nnd. Verlaat, „Doppel- oder Kasten-Schleuse, Hebe- oder Senkschleuse – wodurch man Wasser und Schiffe „läßt““



Quellen:

Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 312
Johann Conrad Freese, Ueber die Vehne oder Torfgräbereien, Aurich 1789, S. 108
Fridrich Arends, Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland und des Harlingerlandes, Emden 1824, S. 145
Schoon, H., Aus der Geschichte Jheringsfehns, in: Heimatkunde und Heimatgeschichte, Beilage zu: Ostfriesische Nachrichten vom 03. August 1930


Autor(in):

Dr. Joachim Pfaff


Letzte Änderung am: 27.12.2017

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