Der Oster Polder (Junkersrott)

Ausgewählter Flurname:

Der Oster Polder


Gemarkung:

Junkersrott

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Der Oster Polder (Junkersrott)


Erklärung des Flurnamens:

Um 1570 hatte Unico Manninga begonnen, die nördlich von Junkersrott liegenden Hellerlande wie die "Wester-, Mittelster- und Oster Heller" einzudeichen. Schwere Sturmfluten, so 1573, 1578 und 1597 machten das immer wieder zunichte und spülten die neu angelegten Deiche wieder weg. 1679 wurde das Land von Dodo Freiherr von Inn- und Knyphausen wieder eingedeicht. 1712 gewinnen die Grafen von Inn- und Knyphausen 36 Hektar mit der Eindeichung des Lütetsburger Osterpolders. Aber 1717 wurden diese Deiche in der Weihnachtsflut wieder weggespült. (1)

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Ost

mnd. Ôster, "östlich, im Osten gelegen"; nnd. Oster, "nach Osten gelegen"; "Gibt die relative Lage eines Flurstücks an, Bezugspunkt häufig das Dorf."



2. Polder

nnd. Poller, Polder; "angeschlammtes Marschland, welches ringsum mit einem Deich umgeben ist od. ein vor dem Hauptdeich liegender Strich neu eingedeichten Landes, welcher durch Anschlickung entstand und vor der Eindeichung „heller“ heisst"



Quellen:

(1) Deichacht Norden (Hrsg), Das Bollwerk des Norderlandes, S. 92 und Amtsbeschreibung Berum, S. 32.
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 139
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 140


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 12.08.2011

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