Mittelpolder (Junkersrott)

Ausgewählter Flurname:

Mittelpolder


Gemarkung:

Junkersrott

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Mittelpolder (Junkersrott)


Erklärung des Flurnamens:

Um 1570 hatte Unico Manninga begonnen, die nördlich von Junkersrott liegenden Hellerlande wie die "Wester-, Mittelster- und Oster Heller" einzudeichen. Schwere Sturmfluten, so 1573, 1578 und 1597 machten das immer wieder zunichte und spülten die neu angelegten Deiche wieder weg. 1679 wurde das Land von Dodo Freiherr von Inn- und Knyphausen wieder eingedeicht. 1709 deichte man den Lütetsburger Mittelpolder ein, der eine Größe von 52 Hektar besaß. Aber 1717 wurden diese Deiche in der Weihnachtsflut wieder weggespült (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. mittel

"Middel- kennzeichnet als FlN-Bestandteil die Lage von Flurteilen zwischen zweien oder mehreren gleichartigen anderen, die eine Identifizierung über die Mittelposition von Parzellen ermöglichen. Da die Verhältnisse sich im Laufe der Zeit wandeln können, ist die Mittellage heute oft nicht mehr zu erkennen."



2. Polder

nnd. Poller, Polder; "angeschlammtes Marschland, welches ringsum mit einem Deich umgeben ist od. ein vor dem Hauptdeich liegender Strich neu eingedeichten Landes, welcher durch Anschlickung entstand und vor der Eindeichung „heller“ heisst"



Quellen:

(1) Deichacht Norden (Hrsg), Das Bollwerk des Norderlandes, S. 92 und Amtsbeschreibung Berum, S. 32.
Mietzner, Erhard, Die Flurnamen der Gemeinde Südlohn. Gesamtüberlieferung (1147-1989) und Namenerklärung, Vreden Südlohn 1997, S. 209-210
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 140


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 13.08.2011

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