Ovelgönne (Leezdorf)

Ausgewählter Flurname:

Ovelgönne
( Oewelgönne )

Gemarkung:

Leezdorf

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Ovelgönne (Leezdorf)


Erklärung des Flurnamens:

Ovelgönne liegt mit den dazu gehörenden Ländereien im südlichen Bereich der Gemeinde Leezdorf. Die Örtlichkeit bzw. das Gut wurde bereits 1595 in den historischen Ostfrieslandkarten von Ubbo Emmius und Johannes Florianus als Övelgunne bzw. Ovelgunne dargestellt.
Ursprünglich gehörte das Gut der Lütetsburger Familie zu Inn- und Knyphausen. 1766 verkaufte Dodo Heinrich zu Inn- und Knyphausen es an Harm Willen, der es 1792 seiner Tochter Magdalena Harms vererbte. Nach der Abzweigung von Ländereien am Kirchweg ging das alte Gut an einen Besitzer namens Dieken und wurde dann 1859 auf Gerd und Jann Dieken aufgeteilt. Letzterer ersetzte das alte Gutshaus durch einen Neubau. Gegen 1890 wurde es von dem Senffabrikanten Martin Koch genutzt und etwa 10 Jahre später an Jibbo Gerdsen und dann um 1930 an Martin Frank verkauft.
Ovelgönne war, wie überliefert ist, von einer "Wildnis" umgeben, die das Gut von Marienhafe, Tjüche und Osteel trennte. Östlich grenzte es an das Hochmoor. Auf der Emmius-Karte ist im Bereich von Övelgönne ein Wald zu erkennen, der um 1825 (wieder) abgeschlagen worden sein soll. Fridrich Arends berichtet, dass zu dem alten Gut eine Schäferei gehörte. Früher war das Gebiet Ovelgönne Osteel zugeordnet, von wo aus die Erschließung der östlich gelegenen Moorflächen erfolgte. Auf Betreiben der Siedler der alten und der neuen "Colonie Leezdorf" wurde 1869 eine eigenständige Kommune gebildet. Bei der Volkszählung 1871 registierte man den "Wohnplatz Oevelgönne" mit zwei Wohnhäusern und 18 Bewohnern unter der neuen Gemeinde.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Ovelgönne

Der Name Övelgönne, der häufig etwas abweichend geschrieben wird und auch in anderen Gegenden vorkommt, wird unterschiedlich gedeutet: Vielfach wird er als „üble Gunst“ ausgelegt, da die Ländereien Missgunst, Neid oder Hass hervorriefen. Er wird aber auch mit "ungünstig, drüben, jenseitig, kalt, außerhalb der Gemeinschaft gelegener Besitz," gedeutet. Dies könnte auf Grund der abseitigen Lage auch hier zutreffen.



Quellen:

Raveling, Jakob; Osteel und Leezdorf - einst und jetzt, Norden 1987, S. 90, Remmers, Arend; Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 176, Schiller, Carl/Lübben, August; Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 3, S. 248. Arends, Fridrich; Erdbeschreibung des Fürstenthums Ostfriesland, Emden 1824, S. 401.


Autor(in):

Harm Bents


Letzte Änderung am: 13.04.2011

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