Alt Münkeboe (Münkeboe)

Ausgewählter Flurname:

Alt Münkeboe


Gemarkung:

Münkeboe

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Alt Münkeboe (Münkeboe)


Erklärung des Flurnamens:

Den Flurnamen „Alt-Münkeboe“ finden wir an der heutigen Alt-Münkeboer Straße, dem ehemaligen Klostermoorweg, zwischen dem längst verlandeten Emsiger Meer und Hoddelke. In dem Bereich dürften sich die ersten Bewohner Münkeboes angesiedelt haben.

Einen ersten Hinweis auf eine Besiedlung im Bereich des jetzigen Dorfes Münkeboe ist im Vertrag der Interessenten Engerhover Karspel vom 9. April 1518 zu finden, dort heißt es: „…liegt an die Nordt syt an de Weg so bred als die Erste olde Hüß Stede utwieset..“
In einer Lageskizze von 1767 zu einem Erbpachtsgesuch ist ein Stück Land eingezeichnet, „Münke-Bau“ genannt, darin eine Anhöhe, „so die alte Haus-Stelle genand wird“. (2) Martin Wilken schreibt in seiner Publikation „Münkeboe und Moorhusen in Südbrookmerland, ihre Entstehung, Entwicklung und Bebauung“, dass dies möglicherweise die „olde Hüß Stede“ von 1518 sein könnte, die damals wohl schon bedeutend älter gewesen sein düfte und vielleicht dem Kloster gehört hat, das dort Moor besaß.
Mitte des 18. Jahrhunderts lässt sich eine weitere Besiedlung nachweisen. Am 18. Oktober 1764 bat ein Siedler aus Victorbur um Zuteilung von Wildnissen zur Kultivierung auch im Bereich Harkenhooge. Bei einer Besichtigung der Flächen auf der Harkenhooge im Jahre 1766 wird noch einmal der Name „Münkebau“ erwähnt. (3)


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Münkeboe

(1) "Der Siedlungsname bedeutet "Mönchs-Bude" und bezeichnet eine ab 1764 entstandene, 1771 erstmalig im Kirchenbuch Engerhafe erwähnte Moor-Siedlung. Arends berichtet, dass die ersten Kolonisten Mauerreste in der Erde gefunden hätten, die auf ehemaligen Klosterbesitz (vielleicht ein Vorwerk von Sielmönken) hinweisen könnten."



Quellen:

(1) Remmers Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 156, 157
(2) Wilken, Martin, Münkeboe und Moorhusen in Südbrookmerland, ihre Entstehung, Entwicklung und Bebauung, Münkeboe 1986
(3) Niedersächsisches Staatsarchiv Aurich, Rep. 6 Nr. 507, Bl. 35-37 Niedersächsisches Staatsarchiv Aurich, Rep. 6 Nr. 11252


Autor(in):

Gerken, Theo


Letzte Änderung am: 24.03.2017

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