Ewige Meers Riede (Münkeboe)

Ausgewählter Flurname:

Ewige Meers Riede


Gemarkung:

Münkeboe

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Ewige Meers Riede (Münkeboe)


Erklärung des Flurnamens:

Das Ewige Meer befindet sich an der Grenze der Kreise Aurich und Wittmund im Nenndorfer Moor. Mit 89,2 Hektar Wasserfläche ist das Ewige Meer der größte Hochmoorsee Deutschlands.

Neben dem Ewigen Meer gab es vor rund 500 Jahren noch weitere Seen auf dem Hochmoor nordöstlich der damals schon bestehenden Ortschaft Upende.

Durch Gräben (Rieden) wurden das Nordmeer, das Emsige Meer und das Brune Meer trockengelegt. Beim Ewigen Meer gelang das nicht. (3)

Heute ist der Bereich um das Ewige Meer ein Naturschutzgebiet, dort darf nichts mehr verändert oder entwässert werden.

„Das Ewige Meer hieß früher Eversmeer. Eversmeer heißt auch die um 1821 angelegte Moorsiedlung nahe des Ewigen Meeres. Eversmeer ist eine Zusammensetzung aus dem Rufnamen Evert und Meer.“ (4)


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Meer

(1) Afries. Mere, mer, mar, mer, m., n., „Meer; stehendes Gewässer, Wasserloch“, mnd. Mer, großes Wasser, Meer, mare, offene See; Binnensee“; nnd. Mer, „Meer, hier speciell Land- od. Binnen-See, stehendes Wasser, im Gegensatz zu se als Weltmeer o. dem fluthenden Wasser“



2. Riede

(2) mnd. Ride, rie, rige, f., „Bach, kleiner Wasserlauf, Graben“, nnd. Riede, Riehe, f., „kleiner Wasserlauf, Rinnsal, sowie die von ihm durchflossene Niederung.“



Quellen:

(1) Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnahmen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 64; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. V. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 960, Doornkaat Kollman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 592
(2) Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung, Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 142
(3) Befragung
(4) Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 67


Autor(in):

Gerken, Theo


Letzte Änderung am: 10.06.2017

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