Hoddelke Leegmoor (Münkeboe)

Ausgewählter Flurname:

Hoddelke Leegmoor


Gemarkung:

Münkeboe

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Hoddelke Leegmoor (Münkeboe)


Erklärung des Flurnamens:

Im Süden des ehemaligen großen Hochmoorgebiets Hoddelke an der Grenze zu Ostvictorbur liegt das Hoddelke Leegmoor. Dabei dürfte es sich um die zuerst abgegrabene Moorfläche des Gebietes Hoddelke handeln.

Hoddelke liegt im östlichen Bereich der Gemarkung Münkeboe. Es handelt sich dabei ein ehemals großes Hochmoorgebiet, das sich von Münkeboe bis in den Bereich des Ewigen Meeres erstreckte.

"Eindeutig ist die geografische Lage dieser Flur, mehrdeutig dagegen die Bedeutung des Namens. Ob es sich bei "Hoddelke" um "kleine Lumpen", im übertragenen Sinne handelt, sog. Lumpenpack, ob es sich um schwer zu bearbeitende, dreckige Fluren handelte, um strittiges Land oder um Hader während des Dreißigjährigen Krieges, ist unklar. Denkbar ist auch, daß sich Hoddelke von "Hut, behüten" ableitet und es sich um "Land, auf dem man etwas (-Vieh-) hütet" handelt. (Laur)." (Almuth Heinze-Joost, Östlich von Hoddelke/Berumerfehn)

Auf einer Skizze der "Gegend hinter Upende" von 1500 ist der Flurname Hoddelke bereits verzeichnet. Es wird erwähnt, dass "das abgegrabene Leegmoor als Viehweide genutzt wurde". (5)





Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hoddel

(1) Hoddel, höddel, m., bei Luther in der Bedeutung von "Lumpen" (auch bildlich), etymologisch von "hader", das zwei Bedeutungen hat: 1. schwerer Streit, Zank, 2. "abgerissenes stück zeug, fetzen, lumpen", mhd. hader; (Wörterbuch Grimm) - Nach niederländ. Etymol. "hoddel (hoddelke, hoddele)": vod (dt.: Lumpen, Dreck), lomp (dt.: ungeschickt, grob, plump); Hoddel: "alter Lappen" im rheinländ. Dialekt (K.-H. Schumacher); "Huddel": Streit, Ärger im saarländ. Dialekt (A. Heinze-Joost)



2. Hode

(2) mnd. hode, hude, hote, f., „1. Hut, Bewachung, Aufsicht“; „2. Hütung, Ort, wo man etwas hütet.“ – Auch: „Bezeichnung für eine kleine, spitzwinklige Fläche“.



3. -ke

(3) „Diminutiv-Endung = nhd. chen, auch jen, je u. tjen, tje



4. Leegmoor

(4) „ausgegrabenes Moor, im Gegensatz zu Hoogmoor“



Quellen:

(1) Grimm, Jacob u. Wilhelm, Deutsches Wörterbuch, online, Bd. 10, Sp. 109-114, Sp. 1653,1654 Duden, Das Herkunftswörterbuch, Mannheim 2007, S. 352; Laur, Wolfgang, Die Orts- und Gewässernamen der Freien und Hansestadt Hamburg, Neumünster 2012, S. 136
(2) Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 276; Mietzner, Erhard, Die Flurnamen der Gemeinde Südlohn. Gesamtüberlieferung (1147-1989) und Namenerklärung, Vreden/Südlohn 1997, S. 148
(3) Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 195
(4) Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 133
(5) Schoneboom, Marten, Die Familien der Kirchengemeinden Engerhafe (1666 - 1990), Ortssippenbuch Bd. 38, Ostfriesische Landschaft Aurich 1995, S. 16-17


Autor(in):

Gerken, Theo


Letzte Änderung am: 03.03.2017

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