Im emsigen Meere (Münkeboe)

Ausgewählter Flurname:

Im emsigen Meere


Gemarkung:

Münkeboe

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Im emsigen Meere (Münkeboe)


Erklärung des Flurnamens:

Vor rund 500 Jahren befand sich das "Emsiger Meer" südlich der etwas höheren Gaste zwischen der heutigen Upender Straße und der Alt-Münkeboer Straße. Der flache Hochmoorsee war nach der von Martin Wilken angefertigten Skizze anhand der Unterlagen zum Vertrag der Interessenten Engerhover Karspel vom 9. April 1518 wahrscheinlich wesentlich kleiner als das Nordmeer. Aus einer Akte des Niedersächsischen Staatsarchiv aus dem Jahr 1771 geht hervor, dass ein Kolonat beim geringsten Regen überströmt werden würde. Wörtlich heißt es dazu: "Kein Wunder, denn das Kolonat liegt im sogenannten Emsiger Meer." (2)



Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. emsig

(1) mnd. emsig, "emsig, schnell, eilig, eifrig, regsam etc.", mhd. (mittelhochdeutsch) emezige, emzege "ununterbrochen, in einem fort sich bewegend" - könnte auf ein Gewässer zutreffen



Quellen:

(1) Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd.1, S. 395
(2) Wilken, Martin, Münkeboe und Moorhusen in Südbrookmerland, ihre Entstehung, Entwicklung und Bebauung, Münkeboe 1986; Niedersächsisches Staatsarchiv Aurich, Rep. 26a Nr. 405.


Autor(in):

Gerken, Theo


Letzte Änderung am: 21.03.2017

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