Hören (Marcardsmoor)

Ausgewählter Flurname:

Hören


Gemarkung:

Marcardsmoor

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte

Hören (Marcardsmoor)


Erklärung des Flurnamens:

"Schlammreiches Sumpfgebiet"

Die Flurstücke mit diesem Namen liegen zwischen der I. und II. Reihe. Hören beschreibt einen Teil des Zentralmoores, hier das Friedeburger Wiesmoor Nord, als dreckige und sumpfige Gegend.
Der Ausdruck ist wahrscheinlich durch mangelnde Kenntnisse im Niederdeutschen statt "hor" von den preußischen Beamten in der Dömänenverwaltung in Aurich eingeführt worden. Das bedeutet, dass diese Flurstücke evtl. schon vor 1744 das Bedeutungswort "hor" trugen.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hör(en)

afries. hore, hor, mnd. hôr, hâr, n., „Koth, Schmutz, Schlamm“, nnd. hor, hâr, "Dreck, Schlamm, Graben- od. Gruben-Erde", mhd. hor, "Sumpfboden, Schlamm"



Quellen:

Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 2, S. 299; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 104
Frees, Karl-Heinz, Aus Unwissenheit wurden Flurnamen sinnentstellt, Folge 4 der Serie: Flurnamen in Ostfriesland, in: Unser Ostfriesland, Beilage zur Ostfriesenzeitung, 2015, 5


Autor(in):

Dr. Karl- Heinz Frees


Letzte Änderung am: 09.09.2015

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