Hopelsermeerkanal (Marx)

Ausgewählter Flurname:

Hopelsermeerkanal


Gemarkung:

Marx

Erfassungen:

Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Hopelsermeerkanal (Marx)


Erklärung des Flurnamens:

Aus dem früheren Moorsee Hopelsermeer verläuft ein Entwässerungskanal quer durch den Forst am ehemaligen Kloster vorbei und mündet in das Friedeburger Tief. Da der Kanal seinen Anfang im Wiesmoorer Ortsteil Mullberg hat, wird er auch Mullberger Tuchte genannt. Der Moorsee wurde durch die Anlegung des Drosselwegs in Mullberg um die Jahrhundertwende des 20. Jh. ausgetrocknet.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hopels

Klosteranlage der Prämonstratenserinnen, erbaut 1204, aufgelöst 1528; der gleichnamige Ort entstand 1766. Zusammensetzung aus "Hop" und "Loh": mnd. hôp, m., „Erdaufwurf, kleine Erderhöhung, feste Stelle in Sumpf und Moor“; nnd. Hoop, m., „Haufen“; mnd. lô, lâ, n., „kleines Waldstück, Gehölz, Buschwald, zur öffentlichen Weidenutzung frei“; nnd. Loh, m., n., „das niedrige Holz, ein Gebüsch von geringem Umfange“



2. meer

afries. mere, mer, mar, mēr, m., n.‚ „Meer; stehendes Gewässer, Wasserloch“; mnd. mer, „großes Wasser, Meer, mare, offene See; Binnensee“; nnd. mêr, „Meer, hier speciell Land- od. Binnen-See, stehendes Wasser, im Gegensatz zu sê als Weltmeer od. dem fluthenden Wasser“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 127, 135 Reimers, Heinrich, Kloster Hopels in Ostfriesland, in: Zeitschrift d. Gesell. f. Nieders. Kirchengeschichte, 1938, Jg. 43, S. 94-106
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 64; Lasch, A., & Borchling, C., Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgf. v. G. Cordes und D. Möhn, Neumünster 1987, Bd. 2, Teil 1, Sp. 960; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 592


Autor(in):

Dr. Karl- Heinz Frees


Letzte Änderung am: 29.11.2015

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