Leege Thun (Moorweg)

Ausgewählter Flurname:

Leege Thun


Gemarkung:

Moorweg

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Leege Thun (Moorweg)


Erklärung des Flurnamens:

Lokalisierung: Flurstück unmittelbar westlich des Wirtschaftsgebäudes der Domäne Schoo innerhalb der Grabenanlage.
Übersetzung/Bedeutung: An dieser Stelle stand im Mittelalter das Prämonstratenserkloster Sconamora, das ab 1420 als landwirtschaftliche Außenstelle von Kloster Marienkamp genutzt wurde und ab 1530 bis zum Anfang des 20. Jhd. eine landesherrliche Domäne war. Es handelt sich vermutlich um eine der drei Gartenflächen des Klosters, wobei der Name "Leege" evtl. als "unterer oder südlicher Garten" zu verstehen ist, da der Garten nicht tiefer liegt als die anderen. Dieser Flurname ist bereits auf einer Flurkarte aus dem Jahr 1747 (Staatsarchiv Aurich REP 244 B 00769) als "Der Warff und Bey den Gärten" eingetragen.








Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Leeg

mnd. lêch, „niedrig, niedrig gelegen“; „bildl. niedrig, gering, schlecht“; nnd. leeg, „niedrig, niedrig od. flach liegend“; lëg, „mager, trocken, hinfällig, schlecht, nichts taugend“



2. Thun

Tuun, (1) mnd. tûn, „Garten“; (2) mnd. tûn, „Zaun aus (Hage)dorn, Weiden oder anderen Gesträuchen als Einfriedigung und Schutz des Eigenthums, bes. der Gärten“; „Zaun als Befestigung von Schlößern, Dörfern, Städten etc., die auch aus Planken, Bohlen gemacht wurde.“



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S.134
Schiller, Carl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 630.


Autor(in):

Heinze, Axel und Herdes, Lies


Letzte Änderung am: 04.05.2015

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