Wittmoor (Neudorf)

Ausgewählter Flurname:

Wittmoor


Gemarkung:

Neudorf

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Wittmoor (Neudorf)


Erklärung des Flurnamens:

"Weißes Moor"
In Hochmoorgebieten häufig vorkommener Flurname, hier östlich am Nordgeorgsfehnkanal. Als Erklärung für die helle Färbung des eigentlich schwarzen Hochmoores werden verschiedene Thesen aufgestellt: die weiße Färbung entsteht 1. durch die darüber liegende mächtige Weißtorfschicht, 2. durch die hellgraue Moosschicht mit viel Wollgras auf dem Moor, 3. durch die hellen Birken und den hellen Schein des Randschilfes, 4. durch die weißen Haarbüschel der Blütenhüllen des Wollgrases im Sommer.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Witt

mnd. wit, nnd. witt, "weiß"; "Hinweis auf helle Bodenfärbung oder auf Pflanzenwuchs"; oder möglicherweise: nhd. Doss, "obere, lockere hellgraue Moosschicht auf den Torfmooren"



2. moor

Moor, Morast, Sumpf, Torfmoor; Hochmoor, hôg-môr: ImGegensatz zum lêg-môr durch Verwesung abgestorbener Moosschichten entstanden. Es erhält seine Feuchtigkeit allein durch Niederschläge u. kann eine Höhe vonmehreren Metern erreichen.



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 155; Remmers, A. Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Leer 2004, S. 235/236; Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 115; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 322
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 615; Brockhaus - die Enzyklopädie in vierundzwanzig Bänden, 20. Auflage, 1796 – 1996


Autor(in):

Dr. Karl- Heinz Frees


Letzte Änderung am: 03.01.2016

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