Hundegatswieke (Neuefehn)

Ausgewählter Flurname:

Hundegatswieke
( Neue Süderwieke )

Gemarkung:

Neuefehn

Erfassungen:

Preußische Grundsteuervermessung (ca.1870)

Hundegatswieke (Neuefehn)


Erklärung des Flurnamens:

Nach der Anlage des Hauptkanals vom Boekzeteler Meer in Richtung Osten und eines Kanals nach Norden zum Bagbander Tief, wurde von dort ausgehend ein Kanal direkt nach Süden angelegt, die Süderwieke. Von den hiervon in Richtung Osten ausgehenden Inwieken wurde eine nach ca. 450 m ebenfalls in Richtung Süden fortgeführt. Im Anfang als Hundegatswieke bezeichnet, verläuft sie dann als Neue Süderwieke parallel zur nunmehr Alten Süderwieke. Zur Regulierung des Wasserstandes schüttete man in der Hundegatswieke einen Damm auf und schuf damit eine Verbindung zwischen der Kniepwieke und der Pumbankswieke, das Hun Gatt. Die Pumbankswieke kam oberhalb der Schleuse zu liegen. Beim Hun Gatt wurde auch ein Hund, eine Wasserschöpfmühle gebaut, die aber später wieder verfiel.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Hund

nnd. bremster, „eine Wasserschöpfmühle ohne Bekleidung“



2. gatt

mnd. gat, n., „Loch, Öffnung, Durchbruch; Durchlaß, Durchgang; Loch, Grube; Wasserstraße, Durchfahrt“; nnd. Gatt, „Loch, Oeffnung, Durchgang, Grube, Höhle“. – „Im Binnenland oft in Namen für feuchte Bodensenken, an der Küste in Namen für die Engpässe zwischen den Inseln, die das Wattenmeer mit der offenen See verbinden.“



3. Wieke

von mnd. wîk, „das Weichen, Entweichung“, „ein von einem Hauptcanal seitlich abweichender kleinerer Canal od. überhaupt eine seitliche Ausbucht eines grösseren Tiefes od. Canals, wie sich solche hauptsächlich auf den Fehnen finden.“ – Inwieke: „eine nach innen, bz. ins Land od. Moor hinein gegrabene Wieke od. Neben-Canal, der sich von der Hauptwieke abzweigt.“



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 226 (siehe unter: bremster)
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120
Schiller, Karl/Lübben, August, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 5, S. 710; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 3, S. 548; Bd. 2, S. 133
Aden, Theo, Die Dorfgeschichte von Neuefehn, in: Unser Ostfriesland (Beilage zu: Ostfriesenzeitung), 1977, 3


Autor(in):

Dr. Joachim Pfaff


Letzte Änderung am: 18.02.2018

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