Neuefehn (Neuefehn)

Ausgewählter Flurname:

Neuefehn


Gemarkung:

Neuefehn

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Neuefehn (Neuefehn)


Erklärung des Flurnamens:

Das Jahr 1660 gilt als Gründungsjahr des späteren Neuefehn durch die Vergabe von 400 Diemat "Morassen" an die in Emden ansässigen holländischen Gebrüder Jobus in Erbpacht. Das Fehn wurde zunächst als Jobusfehn bezeichnet, dann hieß es "Neues Timmeler Fehn". Dieser Name wurde später zu "Neuefehn" abgekürzt.
Die Anlage des Hauptkanals zur Erschließung des Fehns erfolgte vom Boekzeteler Meer aus etwa parallel zum ursprünglichen Rand des Hochmoores erst in östlicher Richtung, dann nach Süden bis zur Grenze des Stiekelkamper Gebietes. Von Norden und Südosten des Gebietes sind dann zwei weitere Kanäle in das Moor hinein angelegt worden, wobei alle Kanäle zahlreiche Inwieken aufwiesen. Der Hauptkanal und seine Fortführung nach Süden haben eine Gesamtlänge von 5700 m. Weil das Gelände nach Süden anstieg, war eine Schleuse im Hauptkanal erforderlich.
1789 hatte das Fehn ca. 300 Einwohner, ein Jahrhundert später nur ca. 430. Die Besiedelung erfolgte ursprünglich ausschließlich längs des nordöstlichen Abschnittes des Hauptkanals. Dabei wurden wegen der Überflutungsgefahr die Gebäude auf Wurten errichtet und später aufgegeben. Im Winkel Hauptkanal / Abfluß ins Boekzeteler Meer entstand im 18. Jhd. eine Schiffswerft, später kamen noch drei weitere hinzu, von denen eine noch bis Anfang des 20. Jhd. betrieben wurde. Die heutige reihenförmige Besiedelung längs der Wieken betrifft hauptsächlich den südlichen Teil von Neuefehn.


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Fehn

„Altfries. fane, fān, fēn m. n. bedeutet „Moor, Moorland““; „eine planmäßig angelegte Moorcolonie mit Torfgräbereien, u. […] einem schiffbaren Kanal.“



Quellen:

Aden, Theo, Die Dorfgeschichte von Neuefehn, in: Unser Ostfriesland (Beilage zu: Ostfriesenzeitung), 1977, 1-4
Ommen, Eilert, Die Entwicklung Neuefehns und Stiekelkamperfehns, Begleitschrift zu einer Ausstellung in der Grundschule Neukamperfehn, Aurich 1981
Bünstorf, Jürgen, Die ostfriesische Fehnsiedlung als regionaler Siedlungsform-Typus, Göttinger Geographische Abhandlungen, 37, Göttingen 1966
Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren, Die Siedlungssnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 160
Remmers, Arend, Mittelalterliche Flurnamen in Ostfriesland, Online-Veröffentlichung, Aurich 2011, S. 20; Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 52


Autor(in):

Dr. Joachim Pfaff


Letzte Änderung am: 16.09.2017

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