Neuefehnkanal (Neuefehn)

Ausgewählter Flurname:

Neuefehnkanal


Gemarkung:

Neuefehn

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830),
Deutsche Grundkarte

Neuefehnkanal (Neuefehn)


Erklärung des Flurnamens:

Die Anlage des Hauptkanals (Hauptwieke) zur Erschließung des Fehns erfolgte vom Boekzeteler Meer aus etwa parallel zum ursprünglichen Rand des Hochmoores erst in östlicher Richtung, dann nach Süden bis zur Grenze des Stiekelkamper Gebietes. Von Norden und Südosten des Gebietes sind dann zwei weitere Kanäle in das Moor hinein angelegt worden, wobei alle Kanäle zahlreiche Inwieken aufweisen. Der Hauptkanal und seine Fortführung nach Süden haben eine Gesamtlänge von 5700 m. Weil das Gelände nach Süden anstieg, war eine Schleuse im Hauptkanal erforderlich.
1789 hatte das Fehn ca. 300 Einwohner. Der weitere Bevölkerungszuwachs verlief langsam, ein Jahrhundert später waren es nur ca. 430 Einwohner. Die Besiedelung erfolgte ursprünglich ausschließlich längs des nordöstlichen Abschnittes des Hauptkanals. Dabei wurden wegen der Überflutungsgefahr die Gebäude auf Wurten errichtet.1796 / 1797 wurde auf Drängen der preußischen Regierung im Hauptkanal eine Schleuse gebaut. Im Winkel Hauptkanal / Abfluss ins Boekzeteler Meer entstand im 18. Jhd. eine Schiffswerft, später kamen noch drei weitere hinzu, von denen eine noch bis Anfang des 20. Jhd. betrieben wurde. Auch die erste Schule des Ortes war dort angesiedelt. Parallel zum Kanal verlief der Fehnweg (auch: Hauptfehnweg).


Quellen:

Aden, Theo, Die Dorfgeschichte von Neuefehn, in: Unser Ostfriesland (Beilage zu: Ostfriesenzeitung), 1977, 3
Die Entwicklung Neuefehns und Stiekelkamperfehns als Beispiel der Geschichte ostfriesischer Fehnsiedlungen - Ausstellung in der Grundschule Neukamperfehn im Juni 1981, Aurich 1981
Bünstorf, Jürgen, Die ostfriesische Fehnsiedlung als regionaler Siedlungsform-Typus und Träger sozial-funktionaler Berufstradition, Aurich 1966


Autor(in):

Dr. Joachim Pfaff


Letzte Änderung am: 18.02.2018

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