Barenbusch (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Barenbusch


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte,
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Barenbusch (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

In den Universitätsmatrikeln von Rostock ist im Jahre 1494 ein "Ludolphus Basenborch de Nordis" aufgeführt (anstatt Basenborch ist Barenborch zu lesen). Aus dem Namen Baringborg wurde, da dem Haus der Charakter einer Burg allmählich verloren ging und den Einwohnern in Norden das sie umgebende hochstämmige Gebüsch stärker in die Augen fiel, ein Barenbusk, der jetzt geläufige Name (1). Um 1750 genannt "der Bärenbusch" (2), 1770 "Baaren Busch" (3). Der Norder Bürgermeister Hajo Rykena schreibt 1605 in seinem Testament, dass sein Neffe Lütet Mannena den Herd erhalten soll, zusammen mit einem silbernen Becher, auf dem geschrieben steht: "sulvern stoep baven vergüldet, in der midden ein vergüldete wynranke under up den Bodden steit gesteken Remet Engen tho ein gedechtniß up den Heerdt tho Lintell schall bliven, damit Lutet moge weten, war van ehme der Herdt hergekamen sy", denn der Herd Barenbusch "prope castrum Idzinganum" stammte ursprünglich von Remet Engen (4). Zu diesem Herd gehörten 68 Diemat Land. Er wurde 1832 dismembriert (2).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Baren

1. abgeleitet von niederd. bâr, Bär od. dem Familiennamen "Baring" 2. "öffentlich ausrufen und anklagen" (5)



2. Busch

Busch, Gebüsch, kleiner Wald; "kleines Dickicht mit niederem Holzbestand" (6)



Quellen:

(1). Fr. Sundermann. Die Ostfriesen auf Universitäten, in: Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer zu Emden, 12, 1897, S. 48-113, hier S. 87.
(2). StAA, Rep. 237, Bd.1317, Nr. 1.
(3). StAA, Rep. 236, Bd.137, S. 22 r;
(4). Gretje Schreiber, Der roßdienstpflichtige bäuerlich-bürgerliche Stand und seine Vertreter im Norderland/Ostfriesland, Aurich 1992, S. 42 f. Gretje Schreiber, Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript 2011.
(5). Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 28, 29; Stürenburg, Cirk Heinrich, Ostfriesisches Wörterbuch, Nachdruck der Ausgabe Aurich 1857, Leer 1996, S. 10.
(6). Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 113; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 264.


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 21.07.2011

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