Burggraft (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Burggraft


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Burggraft (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

Der Burggraben, ehemals Burggraft genannt, ist heute eine Straßenführung, die vom Norder Markt bis zur Bahnhofstraße geht. Seinen Namen hat er von einer Burg bekommen, die im Winkel der Straßen Burggraben und Hooge Riege auf einem 4 Diemat großen Flurstück mit einem tiefen Graben außerhalb der Stadtgrenze lag. Ubbo Emmius unterscheidet zwischen der neuen und alten Burg und schreibt: "...die alte Burg, die sehr nahe bei den Deichen mit der Stadt (Norden) zusammenhing". Die ehemalige Bebauung der Häuser an der Ostseite, die in etwa bis zur Stichstraße Am Alten Siel ging, ist ursprünglich, während die Westseite erst nach 1929 nach Fertigstellung des Leybuchtssiels bebaut werden konnte, denn das niedrig gelegene Land war nicht sturmflutsicher. Im Hypothekenbuch ist zu lesen: "Sämtliche Einwohner bey der Burggrafte sind schuldig zu laufen, wohin der Amtsverwalter zu Norden die zu senden nötig findet. Was über 2 Meilen ist, wird ihnen bezahlet, als wenn etwa einer nach Wittmund zu schicken wäre, so wird ihm wegen der dritten Meile das Bothenlohn gegeben" (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Burg

ursprüngl. Bedeutung: "befestigte Höhe"; "Auch als Bezeichnung für einen (frei gelegenen) Bauernhof gebräuchlich."



2. Graft

mnd. graft, gracht, "Grube; Graben, Wassergraben, Grenzgraben, Stadtgraben, Wallgraben"; nnd. Graft, Gracht, "Graben"



Quellen:

(1) Gretje Schreiber, Norder Häuser, Bewohner Burggraben, Hooge Riege, Mennonitenlohne (I), in:Ostfriesischer Kurier 31.Juli/1. August 1999, S. 7 mit Ergänzungen.
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 111; Duden „Etymologie“. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim 1989, S. 59, 90;
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 121; Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 670, 672


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 22.06.2011

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