Burgstede (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Burgstede
( Burgsteh, Burgstelle )

Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca.1830)

Burgstede (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

Das Gelände der Burganlage wird im Westen begrenzt von der Linteler Straße, im Süden vom Kiefernweg, im Norden von der Allee und im Osten vom Barenbuscher Weg. Hier lag der 1434 genannte Itzingaherd "Ore (Hima Itzinga) borch, von der de Noerdersydt und dat boellwerck van de Vorborch eingeebnet werden sollte; darüber hinaus aber sollte fruw Himen borch staende bliven ihn all ore herlicheit, so se dan iss." 1278 wird erstmals ein Hicca Itsenga genannt. Heute durchschneidet die Eisenbahn den ehemaligen Besitz. Das Schatthaus, ein Kruezelwerk, ist 1892 abgebrannt (1). Die hier gefundenen, zu Schmuckstücken umgearbeiteten Goldmünzen weisen darauf hin, dass die Itzingas schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts als Adelsfamilie anzusehen waren und offensichtlich auch am Kreuzzug von 1217 teilgenommen hatten (2).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Burg

ursprüngl. Bedeutung: "befestigte Höhe"; "Auch als Bezeichnung für einen (frei gelegenen) Bauernhof gebräuchlich."



2. Stede

stede, städe, gewöhnlich stê, stä, "Stelle, Platz, Ort etc."



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 111; Duden „Etymologie“. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim 1989, S. 59, 90
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Nachdruck der Ausgabe Norden 1879 bis 1884, Schaan/Liechtenstein 1981, Bd. 3, S. 304
(1) Gretje Schreiber, Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript 2011. (2) Hajo van Lengen, Friesische Landes- und Stadtgemeinde im Mittelalter. Der Fall Norden/Ostfriesland, in: Bünde - Städte - Gemeinden, hrsg. von Werner Freitag und Peter Johanek, Köln Weimar Wien 2009, S. 165-201, hier S. 175.


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 21.07.2011

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