Galgentief (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Galgentief


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Hannoversche Grundsteuervermessung (ca. 1830),
Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Galgentief (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

Nach dem Zusammenfluss des Marschtiefs mit dem Hager Tief (nördlich der ehemaligen Gelben Schule in Lütetsburg) nennt man dieses Gewässer Galgentief, das seinen Namen vom Lütetsburger Galgen bekommen hatte. Das Tief war für die Abwässerung des Berumer Amtes zuständig und diente wegen des schlechten Zustandes der Wege zum Transport von Torf und Feldfrüchten. Der Lauf dieses Gewässers wurde mehrmals geändert und begradigt.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Galgen

mhd. galge, Galgen; urspr. Rute, Stange, Pfahl, Zweig, Gerte, Baum; auch als Bezeichnung für galgenähnliche Gerüste verwendet, z. B. für das Gerüst über einen Ziehbrunnnen



2. Tief

"Hauptentwässerungsgraben, Kanal, kleiner Fluss."



Quellen:

Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 1, S. 582; Duden „Etymologie“. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim 1989, S. 195
Bents, Harm; Flurnamen in Upgant-Schott und Siegelsum, in: Chronik der Gemeinde Upgant-Schott mit Siegelsum, Norden 2009, S. 697


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 13.06.2011

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