Gaster alte Neulande (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Gaster alte Neulande


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Gaster alte Neulande (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

So nannte man das Land vom Schafweg bis zum Gastermarscher Tief zwischen der Westermarscher Straße und dem Altendeichsweg, nachdem Graf Edzard II. 1582/3 einen weiteren Deich gebaut hatte.

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Gaste

afries. gast, trocken, unfruchtbar; "durch Plaggenwirtschaft kultiviertes Sandland", "hauptsächlich zum Anbau von Getreide genutzt"; "oft Bezeichnung für den (höhergelegenen) Altacker eines Dorfes"



2. alt

mnd. oolt, olt, nnd. oolt, olt, alt; 1. "einen alten Zustand repräsentierend, schon lange genutzt" 2. "ehemalig, nicht mehr vorhanden, nicht mehr in Funktion"



3. neu

Neeland: Neuland; Anwachsland vor dem Deich; neu eingedeichtes, d. h. "dem Meer abgerungenes Land"; analog dazu: im Verlauf der Moorkolonisation dem Moor abgerungenes Acker- oder Weideland



4. Land

mnd. lant, nnd. Land, "Land"; "Meint im allgemeinen Ackerland, nicht Grünland."



Quellen:

Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120; Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 258
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 138
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Norden 1879 bis 1884, Bd. 2, S. 645
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 134


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 13.06.2011

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