Haske Gatt (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Haske Gatt


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Haske Gatt (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

Nachdem Gräfin Anna 1551 den Bau des Mittelsüderdeiches abgeschlossen hatte, begann die Verlandung entlang des Deiches weiter nach Süden hin, die wieder sehr rasch vor sich ging. Das Watt, welches sich nach und nach erhöhte, verwandelte sich in begrüntes festes Vorland, den Heller, der zur Weide für das Vieh nutzbar war. Sobald der Heller eine genügend große Ausdehnung hatte, konnte er eingedeicht und fortan als Ackerland verwendet werden. Hier haben wir eine extrem tiefe Stelle, auf der das Watt, das graue, noch lange sichtbar war. Der Lage nach könnte es ein Teil des Alten Tiefs gewesen sein (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. haske

hâsk "hasenfarbig, licht- oder mattgrau, greis, ohne Ausdruck, matt". Die Form hâsk ist wohl aus haesik = haesich (graulich, od. grauig, greisig, lichtgrausig etc.) contrahiert



2. Gatt

mnd. gat, afries. jet, Loch, Höhle, Grube, Tor, Tür, Öffnung; 1. "enge Durchfahrt oder Einfahrt in Gewässern"; "Meerenge"; "tiefe Stelle, die als Fahrwasser genutzt wird"; 2. "Im Binnenland oft in Namen für feuchte Bodensenken…"



Quellen:

(1) Gretje Schreiber, Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jahrhundert, Manuskript 2011.
Doornkaat Koolman, Jan ten, Wörterbuch der ostfriesischen Sprache, Nachdruck der Ausgabe Norden 1879 bis 1884, Vaduz/Liechtenstein 1984, Bd. 2, S. 47
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 120; Falkson, K., Die Flurnamen des Kirchspiels Büsum (Dithmarschen). Neumünster 2000, Bd. 2, S. 501


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 15.07.2011

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