Judenlohne (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Judenlohne


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Deutsche Grundkarte

Judenlohne (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

Heute heißt eine Verbindung zwischen der Uffenstraße und dem Neuen Weg Synagogenweg, und vordem Judenlohne. Die neue Synagoge (Synagogenweg 1) wurde 1804 erbaut und in der Kristallnacht vom 9./10. November 1938 niedergebrannt. An gleicher Stelle wurde ein Gedenkstein errichtet. Der Bau der alten Synagoge (Neuer Weg 110), auch als Judenkirche bezeichnet, ist seit 1751 nachweisbar, wird aber zu einem früheren Zeitpunkt schon stattgefunden haben. Weiter war hier "das Haus an der Lohne" oder "Vorsängers Haus" anzutreffen. Im Keller dieses Hauses befand sich das Frauenbad und im Hinterhaus "das Local zur Aufbewahrung der Todtenbahren und des Holzes zu den Todtensärgen". Ein weiterer Hinweis ist "das israelische Gemeinde Haus und Dienstwohnung des Lehrers". 1891 wurde das Haus durch einen Neubau ersetzt (1).


Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Lohne

mnd. laane, loone, "schmaler Weg, Viehtrift, bes. schmaler Weg am Seedeich"; nnd. Lane, Lone, Laan, Loon, "Lohne, Durchgang, Durchfahrt, Gasse od. Gang, Weg"



Quellen:

(1) Gretje Schreiber, Norder Häuser (XIX): Die Bewohner des Neuen Weges, in: Ostfriesischer Kurier, 17./18. August 1006, S. 12.
Scheuermann, Ulrich, Flurnamenforschung. Bausteine zur Heimat- und Regionalgeschichte, Melle 1995, S. 135


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 25.06.2011

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