Kloster Marienthal (früher) (Norden)

Ausgewählter Flurname:

Kloster Marienthal (früher)


Gemarkung:

Norden

Erfassungen:

Befragung (ca. 1980),
Preußische Grundsteuervermessung (ca. 1870)

Kloster Marienthal (früher) (Norden)


Erklärung des Flurnamens:

Das im späten 12. Jahrhundert gegründete Benediktiner-Doppelkloster Marienthal war anfangs geistiges Zentrum der Landesgemeinde und ihrer Elite und im 15. Jahrhundert Grablege der Cirksenas. Die erste Urkunde zeugt von 1255 und ist mit dem Siegel des Abtes Winandus von Marienthal versehen. Das Siegel zeigt einen stehenden Geistlichen mit Hirtenstab und Bibel mit der teilweise zerstörten Inschrift: "S(igillum) Abbatis Wi(nandi) S(ancte) Marie Norden". Gegen Ende des 13. Jahrhundert wurde das Kloster nach Angaben des Ubbo Emmius für das schönste Kloster zwischen Weser und Ems gehalten. Nach der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und sinkt 1531 durch den Kriegszug des Junker Balthasar von Esens in Trümmer (1).

Erklärung der im Flurnamen enthaltenen Teilbegriffe:


1. Kloster

lat. claustrum, "Verschluss, Schloss, Riegel"; später "abgeschlossener Raum für Mönche und Nonnen"; "oft Hinweis auf Klosterbesitz (Vorwerke); manchmal (scherzhafter) Hinweis auf eine einsame Lage"



2. Marienthal

Das Grundwort "Tal" in diesem die Jungfrau Maria ehrenden Klosternamen ist für norddt. Flachland auffällig.



Quellen:

(1) Gretje Schreiber, Der Norder Marktplatz und seine Geschichte bis heute, Aurich 1994, S. 170 ff mit Ergänzungen.
Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 266
Remmers, Arend, Von Aaltukerei bis Zwischenmooren. Die Siedlungsnamen zwischen Dollart und Jade, Leer 2004, S. 147


Autor(in):

Gretje Schreiber


Letzte Änderung am: 14.06.2011

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